Neue Partei hat Gunst der Wähler
Scharon kämpft trotz Herzerkrankung weiter um die Macht

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon muss wenige Monate vor der Ende März anstehenden Parlamentswahl am Herzen behandelt werden. Dabei solle ein zwei Millimeter großes Loch im Herzen geschlossen werden, teilten seine Ärzte in Jerusalem mit.

TEL AVIV. Der angeborene Herzfehler sei vermutlich der Grund für Scharons Schlaganfall vor einer Woche gewesen. Den Eingriff bezeichnen sie als „harmlose Routine“. Der Schlaganfall werde bei Scharon keinen bleibenden Schaden zurücklassen.

Erst jetzt wurde aber bekannt, dass der Premierminister für Stunden entscheidungsunfähig war, als er am 18. Dezember ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Wenige Wochen, nachdem Scharon den Likud verlassen und die neue Partei „Kadima“ (Vorwärts) gegründet hat, rückt deshalb die Gesundheit des 77-jährigen Premiers ins Zentrum des politischen Interesses. Bisher hatte der Gesundheitszustand von Politikern als Privatsache gegolten. Jetzt wird die Öffentlichkeit informiert: Der 1,70 Meter große Scharon wiegt 118 Kilo. Seine Ärzte haben dem Übergewichtigen eine Diät verschrieben, um das Risiko eines weiteren Schlaganfalls zu reduzieren.

Nach jüngsten Umfragen hat sich der Schlaganfall kaum negativ auf die Popularität von Kadima ausgewirkt. Sie kann weiterhin mit rund 40 der 120 Knessetmandate rechnen. In der Wählergunst lässt die neue Partei sowohl den Likud als auch die Arbeitspartei weit hinter sich. Aber die Popularität von Kadima steht und fällt mit Scharon. Um kritischen Fragen über seine Gesundheit zu begegnen, wird er in den nächsten Tagen entscheiden müssen, wen er als seinen Stellvertreter nominiert. Als Favoriten gelten die populäre Justizministerin Zipi Livni und Finanzminister Ehud Olmert.

In Umrissen hat Scharon bereits seine außenpolitischen Ziele durchblicken lassen. Er wolle sich für die Gründung eines Palästinenserstaates und die Einhaltung des internationalen Nahost-Friedensplans einsetzen, heißt es im Entwurf des Parteiprogramms. Er strebe die „Grundlage für die Festsetzung dauerhafter Grenzen“ an. Zum israelischen Staatsgebiet sollten unter anderem Jerusalem mit seinem arabischen Ostteil und die großen Siedlungsblöcke im Westjordanland um Ariel und Maale Adumim gehören.

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