Neue Pipeline: EU stellt Starthilfe für Nabucco in Aussicht

Neue Pipeline
EU stellt Starthilfe für Nabucco in Aussicht

Die Gaskrise zwischen Russland und der Ukraine hat deutlich gemacht, wie abhängig Europa vom russischen Gas ist. Nun will die EU Geld aus dem Konjunkturpaket in das Pipelineprojekt Nabucco investieren, um den Eisernen Vorhang in der Energieversorgung aufzulösen.

BRÜSSEL. Die Europäische Union will den Bau der Nabucco-Pipeline zügig vorantreiben und plant offenbar auch, sich an einer Anschubfinanzierung zu beteiligen. EU-Energiekommissar Andris Piebalgs sagte bei einer internationalen Nabucco-Konferenz in Budapest, die EU könne bis zu 200 Mio. Euro bereitstellen. Allerdings blieb zunächst unklar, ob es sich dabei um frisches Geld aus dem EU-Budget oder um einen Kredit handeln soll. Auch die Anschlussfinanzierung des auf acht Mrd. Euro geschätzten Infrastruktur-Projekts ist noch nicht gesichert.

Die 3 300 Kilometer lange Nabbucco-Pipeline soll ab 2013 Gas vom Kaspischen Meer über die Türkei nach Österreich liefern. Damit würde sich Europa von russischen Gaslieferungen durch die Ukraine unabhängiger machen und Konsequenzen aus dem jüngsten Gasstreit ziehen. Zugleich würde sie mit zentralasiatischen Staaten wie Aserbaidschan ins Geschäft kommen. An dem Projekt ist auch der Essener RWE-Konzern beteiligt.

„Ich werde vorschlagen, Geld für neue Energie-Korridore freizugeben, besonders für Nabucco“, sagte Piebalgs. Die Starthilfe ist offenbar Teil des fünf Milliarden Euro schweren Konjunkturpakets, das die EU-Kommission heute in Brüssel vorstellen will. Darin sind bereits Mittel für einen „südlichen Gas-Korridor“ enthalten. Die EU-Staaten haben das Geld jedoch noch nicht freigegeben, da sie massive Vorbehalte gegen den Nutzen des Programms haben.

Für eine Anschubfinanzierung von Nabucco würden bereits 200 bis 300 Mill. Euro genügen, sagte Ungarns Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany gestern in Budapest. „Das Wichtigste wäre, dass die EU sich mit einer starken Vorfinanzierung beteiligt, und zwar nicht mit einem Kredit, sondern mit Kapital“, so Gyurcsany. „Ich denke, dass für den Anfang ein paar hundert Millionen Euro genügen würden“. Man müsse „den Eisernen Vorhang der Energieversorgung zwischen Ost- und Westeuropa auflösen“.

Für ein europäisches Engagement bei Nabucco sprach sich auch der tschechische Regierungschef und amtierende EU-Ratsvorsitzende Mirek Topolanek aus. Von dem Projekt hänge Europas Energiesicherheit ab, sagte er in Budapest. Es gelte, über das Projekt „nicht mehr nur zu reden, sondern es in die Tat umzusetzen“, so Topolanek. Ähnlich äußerte sich EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in einer Videobotschaft.

Seite 1:

EU stellt Starthilfe für Nabucco in Aussicht

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%