Neue Politik am Hindukusch
Obama will Ausstiegsstrategie für Afghanistan

Militärische Stärke allein wird nach Ansicht von US-Präsident Barack Obama den Krieg in Afghanistan nicht beenden. Teil einer umfassenden Neuausrichtung der US-Politik müsse auch eine Ausstiegsstrategie sowie verstärkte diplomatische Bemühungen mit Pakistan sein.

HB WASHINGTON. US-Präsident Barack Obama will die amerikanischen Truppen nicht auf Dauer in Afghanistan lassen. Die USA benötigten ein Konzept für einen Weg aus Afghanistan, sagte Obama in einem am Sonntag (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des Senders CBS. "Es muss eine Ausstiegsstrategie geben."

Obama, der im vergangenen Monat eine US-Truppenaufstockung in Afghanistan um 17 000 Soldaten beschlossen hatte, machte erneut deutlich, dass unter seiner Führung eine Neuorientierung der Afghanistan-Politik zu erwarten ist. "Wir können nicht denken, dass schlicht ein militärischer Ansatz in Afghanistan unsere Probleme löst", sagte der Präsident. Er signalisierte, dass er eine größere Betonung auf wirtschaftliche Entwicklung und Diplomatie mit Afghanistans Nachbarn Pakistan legen werde. Zudem wolle er eine bessere Koordinierung seiner Politik mit internationalen Partnern als dies unter seinem Vorgänger George W. Bush der Fall war.

Obama deutete weiter ein Abrücken von der weiter gefassten Bush- Strategie der Förderung einer demokratischen Gesellschaft in Afghanistan an. Demnach will der Präsident in erster Linie erreichen, dass Afghanistan an einen Punkt gelangt, an dem es nicht mehr als Ausgangspunkt für Attacken gegen die USA benutzt wird. Auf die Frage, was die Mission der USA in Afghanistan beinhalten sollte, antwortete Obama: "Sicherzustellen, dass El Kaida die USA, US-Interessen und unsere Verbündeten nicht angreifen kann. Das ist unsere Priorität Nummer eins."

Es wird erwartet, dass der US-Präsident seine Afghanistan- Strategie in dieser Woche ausführlich erläutert - rechtzeitig vor dem Nato-Gipfeltreffen Anfang April.

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