Neue Quotenformel: IWF kommt bei eigener Reform nicht voran

Neue Quotenformel
IWF kommt bei eigener Reform nicht voran

Der Internationale Währungsfonds hält den eigenen Zeitplan für eine Quotenreform nicht ein. Erst 2014 soll es so weit sein. Schwellenländer mehr einzahlen - und deshalb auch höheren Einfluss in der Organisation bekommen.
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Washington/BerlinDer Internationale Währungsfonds (IWF) kommt bei einer wichtigen Reform zugunsten der aufstrebender Schwellenländer nicht wie versprochen und angestrebt voran. Der IWF-Vorstand teilte am Donnerstag mit, er habe zwar "wichtige Fortschritte" bei der Formulierung einer neuen Quotenformel geschafft, sie aber noch nicht abgeschlossen. Ursprünglich sollte die Überarbeitung der Quotenberechnung, die über den Einfluss der einzelnen Länder im Fonds entscheidet, bis Ende Januar 2013 abgeschlossen sein. Nun ist vom Januar 2014 die Rede.

Eine neue Quotenberechnung ist Teil einer umfassenden Reform im IWF, die darauf abzielt, wichtigen Schwellenländern wie China oder Brasilien mehr Stimmgewichte zu geben. Den Startschuss für diese größte Reform in der IWF-Geschichte hatten die inzwischen 188 Mitgliedsländer im Jahre 2010 gegeben. Bei der letzten IWF-Vollversammlung in Tokio und bei den Treffen im Kreise der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) hatten Vertreter der Schwellenländer immer wieder das zögerliche Vorankommen der IWF-Reformen heftig kritisiert.

Immerhin sei man sich inzwischen über wichtige Elemente einig, die die Basis eines neuen Berechnungsschlüssels für die Länderquoten bilden sollen, erklärte der Fonds in einem Bericht an den Gouverneursrat. "Die Mitgliedschaft ist nun in einer guten Position, bei der nächsten turnusmäßigen Überprüfung der Quoten (im Januar 2014) über eine neue Quotenformel zu beschließen", sagte IWF-Chefin Christine Lagarde.

Grundsätzlich ist angestrebt, die einzelnen Länder mit Quoten zu versehen, wie es ihrem relativen Anteil in der Weltwirtschaft entspricht. Diese Quoten stellen zum einen den Finanzierungsanteil der Länder im Fonds dar. An ihnen bemisst sich aber auch das Finanzhilfevolumen, das ein Land beim Fonds in Anspruch nehmen kann. Und auch die Stimmgewichte in der Organisation richten sich an den Quoten aus. Deutschland setzt sich in der Diskussion über eine neue Quotenformel dafür ein, dass die Wirtschaftleistung eines Landes und die Offenheit einer Volkswirtschaft maßgebende Bestimmungsgründe sein sollten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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