Neue Regierung muss Sicherheitsprobleme lösen
Zwölf Tote bei Anschlägen und Kämpfen im Irak

Bei Bombenanschlägen und Kämpfen von Aufständischen mit Sicherheitskräften sind im Irak am Donnerstag mindestens 12 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Zwei in Autos versteckte Bomben explodierten unmittelbar vor dem stark gesicherten Innenministerium im Zentrum Bagdads.

HB BAGDAD. Dabei wurden mindestens fünf Polizisten getötet und viele verletzt. Auch in Tikrit im Norden des Landes gerieten irakische Sicherheitskräfte ins Visier von Rebellen. In Bakuba sprengte sich ein Selbstmordattentäter nahe einem Stützpunkt der Nationalgarde in die Luft und tötete einen Zivilisten, mindestens 14 Menschen wurden verletzt.

In ihrem Bemühen, den Wiederaufbau des Landes zu stören, nahmen Aufständische erneut auch die nach dem Krieg ohnehin noch nicht wieder vollständig in Gang gesetzte Infrastruktur des Landes ins Visier. In Kirkuk im Norden wurden der Polizei zufolge zwei irakische Mitarbeiter einer Bauausrüstungsfirma, die US-Unternehmen beliefert, von Rebellen getötet. Dort griffen Aufständische auch eine Gasleitung an, die das größte Stromwerk des Landes beliefert. Zwei der vier Turbinen mussten abgestellt werden, wie ein Sprecher des Stromwerkes Baidschi sagte.

Im nahe gelegenen Tikrit wurde ein Nationalgardist getötet und sechs weitere verletzt. Im Westen des Landes in Al-Kaim nahe der syrischen Grenze wurden bei Gefechten zwischen US-Truppen und Guerilla-Kämpfern Krankenhausärzten zufolge drei Menschen getötet, darunter eine Frau und ein Kind. In Bagdad fand die Polizei zudem drei Leichen, denen die Augen verbunden worden waren. Die Täter hatten sie mit Schüssen in den Hinterkopf getötet. Solche Leichen waren in der Vergangenheit bereits des öfteren aufgetaucht.

Fast täglich verüben Rebellen Anschläge im Irak. Erst am Montag waren bei einem Selbstmordattentat in Hilla südlich von Bagdad 125 Menschen getötet worden. Es war der schwerste Anschlag seit dem Sturz von Präsident Saddam Hussein durch die USA im April 2003. Auch am Mittwoch gab es Bombenanschläge. Zudem wurde ein Richter des Sondergerichts, vor das Saddam gestellt werden soll, erschossen.

Die USA hatten gehofft, die Gewalt im Irak würde abebben, sobald eine gewählte irakische Regierung an der Macht ist. Nach den Wahlen von Ende Januar wird derzeit noch hinter den Kulissen um die Besetzung des Kabinetts gerungen. Der Wahlsieger, das Schiitenbündnis um den Geistlichen Ajatollah al-Sistani, hat mit Ibrahim al-Dschaafari bereits einen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten ausgewählt. Allerdings möchte der derzeitige Amtsinhaber Ijad Allaui den Posten offenbar behalten. Gleich, wer die Ämter im Einzelnen bekleiden wird, vordringlichste Aufgabe wird für jede Regierung wohl die Verbesserung der Sicherheitslage sein.

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