Neue Richtlinie
EU will härter gegen Geldwäsche vorgehen

Die EU will mit einer neuen Richtlinie die Geldwäsche in Europa besser bekämpfen. Vor allem der Glücksspielbereich soll wesentlich strenger kontrolliert werden.
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BrüsselDie EU will Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung durch mehr Kontrolle bei Glücksspielen und Steuerzahlungen besser bekämpfen. Im Herbst werde dazu eine Reform der Anti-Geldwäsche-Richtlinie vorgelegt, erklärte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier will etwa genauer definieren, welche Arten von Glücksspiel von den bestehenden Kontrollen erfasst werden sollen. Auch Steuervergehen sollen künftig als Vortat von Geldwäsche schärfer verfolgt werden. Die Richtlinie gilt in der Europäischen Union seit 2005. Sie richtet sich nach internationalen Standards gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, die nach den Anschlägen vom 11.
September 2001 vereinbart und von 180 Ländern anerkannt wurden.

Bisher müssen sich Banken, Anwälte und Notare, Rechnungsprüfer, Immobilienvermittler und Kasinos an die Vorschriften halten. Sie müssen Angaben zur Identität ihrer Kunden festhalten und verdächtige Zahlungen den Behörden melden. Die Palette der erfassten Glücksspiele soll nach ersten Überlegungen der Kommission nun über Kasinos hinaus ausgeweitet werden. Online-Kasinos unterliegen schon heute den Regularien.

Die Reform der EU-Richtlinie ist notwendig, da die internationalen Standards überarbeitet wurden. Sie verpflichten Staaten, in denen Kriminelle häufig illegale Einnahmen verwerten, künftig zu stärkeren Anstrengungen gegen Geldwäsche. Bei elektronischen Überweisungen sollen detailliertere Angaben als bisher über Eigentümer und Leitung von Unternehmen oder Stiftungen verlangt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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