Neue Strategie
Nato-Generalsekretär: Zivile Anstrengungen in Afghanistan verstärken

Der Nato-Gipfel in Bukarest soll den Startschuss für eine neue Strategie der Nato in Afghanistan geben. "Was ursprünglich ein überwiegend militärischer Einsatz war, soll nun in einen ausgeglicheneren Ansatz übergehen, mit stärkerer Betonung auf zivile Anstrengungen und auf afghanische Beteiligung", schreibt Nato-Generalsekrtär Jaap de Hoop Scheffer in einem Beitrag für das Handelsblatt.

HB DÜSSELDORF. Als ermutigend beschreibt De Hoop Scheffer die Fortschritte in der Sicherheitslage. "Während es 2001 überhaupt keine afghanischen Sicherheitskräfte gab, besteht die afghanische Armee im Mai aus 70.000 Soldaten. Außerdem gibt es ebenso viele Polizisten. Am wichtigsten ist jedoch, dass die afghanische Armee (ANA) gezeigt hat, dass sie kämpfen kann. Die ANA nimmt nicht nur an allen neun größeren militärischen Operationen, die zurzeit in Afghanistan im Gang sind, teil, sondern sie führt sogar sechs von ihnen. Unsere Konzentration auf den Aufbau der ANA zahlt sich jetzt aus."

Dieser Fortschritt erlaube nun den Einsatz in Afghanistan, neu zu rekalibrieren. "Die Gewährleistung der Sicherheit, die bislang weitgehend von den Nato-Verbänden übernommen worden ist, wird mehr und mehr in die Hände der Afghanen gelegt. Das ermöglicht Nato/Isaf, zunehmend in eine Rolle als Helfer und Mentor zu schlüpfen."

Damit die neue Strategie wirksam werden kann, müsse jetzt ein weiterer Schritt unternommen werden. "Die Nato und der Rest der Staaten und Organisationen müssen institutionelle Hindernisse überwinden und eine Gesamtstrategie der internationalen Gemeinschaft umsetzen, die den zivilen und militärischen Einsatz nahtlos verbindet. Die Ernennung eines neuen Uno-Sonderbeauftragten für Koordinierung ist ein wichtiger Schritt vorwärts, aber es bleibt noch viel zu tun", schreibt De Hoop Scheffer.

Die Nato stehe bereit, ihre Rolle zu spielen. Künftig werde sie sich darauf konzentrieren, wie die Ausbildung der afghanischen Streitkräfte verbessert und wie die Unterstützung der Isaf für die Drogenbekämpfung maximiert werden könne. "Wir werden die zivile und militärische Kooperation im Rahmen der Wiederaufbauteams in den Provinzen stärken, den Dialog mit den zivilen Organisationen intensivieren und effektive Strukturen zur Koordinierung der verschiedenen Akteure wie des Sonderbeauftragten der Uno entwickeln. Zusammen mit der Weltbank, Japan und anderen werden wir überlegen, wie wir den wirtschaftlichen Aufbau besser unterstützen können. Und in Anbetracht der Notwendigkeit eines regionalen Ansatzes werden wir Afghanistan beim Aufbau eines konstruktiven Dialogs mit Pakistan zur Seite stehen."

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