Neue Streichungen
Spanien will mehr als 100 Milliarden Euro einsparen

Das EU-Sorgenkind Spanien erhöht die Sparanstrengungen. Bis 2014 sollen knapp 40 Milliarden Euro mehr eingespart werden. Trotz aller Bescheidenheit: Ein Hilfegesuch an die EU will Madrid nicht ausschließen.
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MadridDie spanische Regierung will bis zum Jahr 2014 insgesamt 102 Milliarden Euro einsparen. Dies geht aus am Freitag in Madrid vorgelegten neuen Haushaltsplänen hervor. In der Summe sind allerdings die kürzlich beschlossenen Sparmaßnahmen von 65 Milliarden Euro enthalten, die unter anderem eine Anhebung der Mehrwertsteuer und die Streichung von Sondervergütungen im öffentlichen Dienst vorsahen.

Die EU-Kommission hatte von Madrid die Vorlage der Haushaltspläne für 2013 und 2014 verlangt und Spanien im Gegenzug beim Abbau des Budgetdefizits ein Jahr mehr Zeit gegeben.

Die in Brüssel vorgelegten Pläne gehen davon aus, dass Spaniens Wirtschaft 2013 um 0,5 Prozent schrumpft und 2014 ein Wachstum von 1,2 Prozent erzielt. Madrid will die Neuverschuldung von 8,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2011 bis 2014 auf 2,8 Prozent senken.

Die Börse in Madrid schloss etwa zeitgleich mit der Ankündigung der Maßnahmen mit einem Plus von rund sechs Prozent. Gegen die Sparpläne gibt es in Spanien seit Wochen scharfe Proteste.

Ebenfalls im Juli hatte die Eurozone hatte dem Land Finanzhilfen von bis zu 100 Milliarden Euro für seinen angeschlagenen Bankensektor gewährt. Angesichts hoher Zinsen, die Spanien für seine Staatsanleihen zahlen muss, wird jedoch befürchtet, dass Madrid auch für seinen Staatshaushalt internationale Hilfen benötigen könnte. Dagegen sträubt sich Spanien, weil es dafür Spar- und Reformanstrengungen nach den Vorgaben der Geldgeber erbringen müsste.

Trotzdem schloss Rajoy weitere Anträge seines Landes auf Finanzhilfen am Freitag nicht aus - auch Italien schließt ein Bittgesucht nicht mehr mehr. Rajoy ließ alles offen als er am Freitag sagte: „Ich habe noch keine Entscheidung getroffen.“

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Rajoy: Zu sehr auf Pump gelebt

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Moody's stuft Slowenien herab

Kommentare zu " Neue Streichungen: Spanien will mehr als 100 Milliarden Euro einsparen"

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  • Sowas gehört dazu. Es ist auch nichtmal schlecht. Denn die wirklich 'Großen' auf diesem Planeten entwickeln sich zu Philantrophen und bieten einer Menge Verantwortungslosigkeit damit sehr gut die Stirn.

    Leben und Leben lassen. Es ist einfach so, daß sich soziale Strukturen bilden, die auch auf Geld oder materiellen Dingen aufbauen.

    Solange man sich jederzeit daran erfreuen kann, was der Mensch in seinen sozialen Strukturen damit Schafft, ist es doch super?

    Man muß es begreifen und unterstützen. Jeder sollte das in seinem Rahmen tun!

    Deswegen haben wir exemplarisch auch die 'Ode an die Freude' für Europa ...

  • Els schreibt:

    ""Es geht darum, die begrenzten Ressourcen so einzusetzen, daß möglichst viele Menschen davon profitieren."

    Das ist Theorie.
    In der Wirklichkeit geht es darum, dann manche Menschen unbegrenzt, oder so sehr es möglich ist, von der Einsetzung von begrenzten Ressourcen profitieren können."

    => Die nicht artgerecht lebende Menschheit ist falsch eingestellt, nur darum handeln Menschen gegen Menschen, nur darum gibt es unersättliche Gier - nach Macht, Reichtum, Konsum, manche können nicht genug Frauen ins Bett bekommen, manche können nicht genügend Briefmarken oder Münzen zusammen bekommen, usw. usf.

    http://www.freegermany.de/apokalypse20xx.html

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

  • "Es geht darum, die begrenzten Ressourcen so einzusetzen, daß möglichst viele Menschen davon profitieren."

    Das ist Theorie.
    In der Wirklichkeit geht es darum, dann manche Menschen unbegrenzt, oder so sehr es möglich ist, von der Einsetzung von begrenzten Ressourcen profitieren können.

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