Neue Studie
Uno: Einwanderung nützt Industrieländern

Verfechter einer gezielten Immigrationspolitik in Deutschland erhalten Schützenhilfe von den Vereinten Nationen. In einem neuen Migrationsbericht hebt die die Uno vor allem die Bedeutung der Migration für die Bevölkerungsentwicklung hervor.

GENF. Einwanderer stoppen den Bevölkerungsschwund in Industriestaaten und mehren gleichzeitig den wirtschaftlichen Wohlstand, heißt es in dem Papier, das am Mittwoch von der Uno vorgestellt wurde. Weltweit stieg die Zahl der Migranten im vergangenen Jahr auf einen historischen Höchststand von 191 Millionen. 1990 waren es nur rund 155 Millionen.

„Im Allgemeinen sind Einwanderer wirtschaftlich aktive Menschen, die ihrem Gastland und ihrem Herkunftsland viel bieten können“, sagte José Antonio Ocmapo, Uno-Untergeneralsekretär für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten, in New York. Die Uno hebt vor allem die Bedeutung der Migration für die Bevölkerungsentwicklung hervor: „Ohne die Einwanderung wäre die Bevölkerung Europas schon ab dem Jahr 1995 geschrumpft“, heißt es in dem Bericht.

Die stärkste Anziehungskraft auf Einwanderer üben die industrialisierten Regionen aus. So leben rund 64 Millionen Migranten in Nordeuropa, fast 45 Millionen haben sich in Nordamerika niedergelassen. Australien zog fast sieben Millionen Ausländer an. Deutschland hat sich im Ranking der attraktivsten Staaten auf den dritten Rang vorgearbeitet, nachdem es 1990 noch auf Platz sechs rangierte. Insgesamt lebten 2005 hier zu Lande laut Uno rund zehn Millionen Einwanderer. Die größte Anziehungskraft üben aber weiter die USA aus.

Allerdings kann die Immigration den Bevölkerungsschwund in Europa seit dem Jahr 2000 nicht mehr stoppen, sondern nur noch verlangsamen. Nach Uno-Berechnungen wird es im Jahr 2050 rund 75 Millionen Europäer weniger geben als im vergangenen Jahr – trotz Einwanderung. Ohne die Migranten würde der Aderlass allerdings mit einem Minus von 119 Millionen noch deutlich gravierender ausfallen. Anders als in Europa wird die Bevölkerung in Nordamerika bis 2050 wachsen; die Migranten beschleunigen auch diesen Trend.

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