Neue Studienreihe
OECD lobt deutsche Staatsquote

Die Krise zwingt die Regierungen der Industrieländer zu härteren Sparmaßnahmen. Das ist das Ergebnis von „Government at a Glance“, einer neuen Studienreihe der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Gleich in der ersten Ausgaben gibt es ein Lob für Deutschland.
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BERLIN. „Wir bewegen uns von einer Finanzkrise zu einer Jobkrise, die zentrale Rolle der Regierungen steht deshalb mehr denn je im Mittelpunkt“, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. Regierungen sollten voneinander lernen, um die besten und günstigsten Dienstleistungen zu bieten. Deutschland erhält von der OECD Lob für den Budgetausgleich.

Die OECD-Studie vergleicht die Nationen anhand von 30 Indikatoren, wie Einnahmen, Ausgaben oder Alter der Angestellten. Schwerpunkt der ersten Ausgabe ist der öffentliche Dienst.

Der Vergleich zeigt, dass fast alle 30 OECD-Länder bereits vor der Krise die Regierungsausgaben im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) etwas gesenkt haben. Das gilt auch für Deutschland, wo Einnahmen und Ausgaben bei rund 45 Prozent liegen. Damit liegt Deutschland im OECD-Schnitt, die Quote ist aber niedriger als in anderen europäischen Länder. „In den letzten Jahren hat die deutsche Regierung erfolgreich das Budget ausgeglichen“, lobt die OECD. So gingen etwa die Kosten für Dienstleistungen im öffentlichen Dienst zurück.

Deutschland hat jedoch mit Frankreich die höchsten Sozialausgaben in der OECD, was besonders durch den Gesundheitsbereich bedingt ist. Dafür wurde in den vergangenen zehn Jahren im öffentlichen Dienst abgebaut, während in den meisten OECD-Ländern der Anteil der Beschäftigten beim Staat im Vergleich zur der Gesamtzahl der Beschäftigten stabil blieb. Deutschland lag 2005 mit zehn Prozent Beschäftigten im öffentlichen Dienst deutlich unter dem OECD-Schnitt von 14 Prozent.

OECD-weit arbeiten zunehmend Frauen im öffentlichen Dienst, ihr Anteil bewegt sich zwischen 40 und 50 Prozent. Der Frauenanteil in Deutschland liegt bei 52 Prozent, zumindest wenn auch die Länderbürokratie berücksichtigt wird. Auf Bundesebene hingegen schneidet Deutschland mit rund 20 Prozent Frauen eher schlecht ab.

Die Angestellten im öffentlichen Dienst der OECD-Länder sind im Schnitt älter als der Rest der Beschäftigten, was dazu führt, dass in vielen Ländern zahlreiche Pensionierungen anstehen. In Deutschland ist das Pensionsproblem im Vergleich zu anderen Staaten allerdings nicht so drängend. Denn hierzulande sind nur 25 Prozent der im öffentlichen Dienst Angestellten älter als 50 Jahre; das ist unterdurchschnittlich.

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