Neue Taktik
Nato will Zivilisten besser schützen

Die Nato plant eine Änderung ihrer Taktik in Afghanistan, um die Zahl der zivilen Opfer zu senken. Eine Möglichkeit sei es, vermehrt kleinere Bomben einzusetzen, sagte Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer. Notfalls sollten gefährliche Einsätze sogar ganz gestoppt werden.

HB BRÜSSEL. Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte der „Financial Times“ vom Montag, die zunehmende Zahl von getöteten Afghanen gefährde die Unterstützung in der Bevölkerung für den Einsatz der Allianz. Der Kommandeur der 35 000 Nato-Soldaten, General Dan McNeill, habe die Truppen angewiesen, Einsätze zu stoppen, wenn Zivilisten getroffen werden könnten.

„Wenn das bedeutet, dass wir die Taliban nicht am Mittwoch, sondern am Donnerstag angreifen, dann kriegen wir sie halt dann“, sagte De Hoop Scheffer weiter. Allerdings sei es „unmöglich“, zivile Opfer ganz zu vermeiden.

Zudem werde erwogen, in gewissen Situationen kleinere Bomben einzusetzen, sagte De Hoop Scheffer. „Wenn man das Flugzeug mit einer 250-Kilo-Bombe statt einer 500-Kilo-Bombe belädt, könnte das einen Riesenunterschied machen“, verlautete auch aus Diplomatenkreisen der Nato.

Die Gewalt in Afghanistan hat in den vergangenen 18 Monaten zugenommen. In diesem Jahr sind der afghanischen Regierung und Hilfsorganisationen zufolge mehr als 350 Zivilisten bei Einsätzen von ausländischen Soldaten gestorben. Die Bundeswehr ist im vergleichsweise ruhigen Norden im Einsatz und nimmt nicht an den Gefechten gegen die Taliban im Süden des Landes teil.

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