Neue US-Regierung

Außenminister-Diskussion erhitzt die Gemüter

Mitt Romney, Rudy Giuliani – Kandidaten für den Posten des US-Außenministers gibt es genug. Doch wer der geeignete Mann ist, darüber debattieren die Republikaner heftig. Donald Trump hat bislang keinen Favoriten genannt.
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Donald Trump und der zukünftige US-Vizepräsident Mike Pence haben ihre Posten bereits sicher. Über die noch zu besetzenden Ministerposten gibt es hingegen reichlich Diskussionen. Hochrangige Republikaner streiten vor allem darüber, welcher Kandidat sich für den wichtigen Außenminister-Posten anbietet – bislang ohne Einigung. Quelle: AP
Auf Ministersuche

Donald Trump und der zukünftige US-Vizepräsident Mike Pence haben ihre Posten bereits sicher. Über die noch zu besetzenden Ministerposten gibt es hingegen reichlich Diskussionen. Hochrangige Republikaner streiten vor allem darüber, welcher Kandidat sich für den wichtigen Außenminister-Posten anbietet – bislang ohne Einigung.

(Foto: AP)

Palm Beach GardensDie Benennung des künftigen US-Außenministers sorgt für Streit im Lager des designierten Präsidenten Donald Trump. Führende Unterstützer rieten Trump am Donnerstag öffentlich von der Nominierung des Republikaners Mitt Romney ab, der ihn im Wahlkampf wiederholt scharf kritisiert hatte. Romney galt bislang als aussichtsreicher Anwärter auf den Posten.

Die Personalie Romney habe eine „Sintflut“ an Kommentaren in den sozialen Medien und in ihren persönlichen Nachrichten ausgelöst, schrieb Trumps Wahlkampfchefin und enge Beraterin Kellyanne Conway auf Twitter. „Einige Trump-Loyalisten warnen vor Romney als Außenminister.“

Stelldichein auf Trumps Golfkurs
Bedminster, New Jersey
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Die Einfahrt zum Trump National Golf Club: Nachdem der künftige US-Präsident Donald Trump vergangene Woche Kandidaten für Ministerämter und Beraterposten im New Yorker „Trump Tower“ empfangen hatte, setzte er die Arbeit ab Freitagabend in einem seiner Golfclubs fort.

Kurzauftritte für die Presse
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Immer wieder trat Donald Trump vor das Clubhaus – entweder für Fotoaufnahmen oder um kurz auf einzelne Fragen von Pressevertretern zu antworten. Für Sonntag sollen geladen sein: New Jerseys Gouverneur Chris Christie, der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani und der Innenminister von Kansas, Kris Kobach.

Vize-Präsident Mike Pence (l.)
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Vor Ort in Bedminster war auch der künftige Vizepräsident Mike Pence. Er war am Freitagabend noch bei einer Aufführung des Musicals „Hamilton“ in New York gewesen – die Schauspieler und Sänger hatten dort eine an Pence gerichtete Erklärung verlesen und gefordert, dass die Regierung für alle Amerikaner da sein solle. Trump griff daraufhin via Kurznachrichtendienst Twitter das Ensemble an und verlangte eine Entschuldigung, da Pence „belästigt“ worden sei.

Mitt Romney (im Vordergrund)
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Vor vier Jahren war Mitt Romney Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Im aktuellen Wahlkampf hatte Romney scharfe Kritik an Trump geäußert. Romney hatte Trump damals einen „Hochstapler“ genannt, dieser revanchierte sich mit der Bezeichnung „Verlierer“. Doch am Samstag hatte beide ein etwa einstündiges Gespräch und Romney gilt als ein Kandidat für das Amt des Außenministers. Trump sagte, er habe bei seinen Gesprächen „riesige Talente“ getroffen.

Schaulustige
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Aus einem Fenster des „Trump National Golf Club“ beobachten Schaulustige, wie Mitt Romney das Gebäude betritt.

James Mattis (r.)
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Der pensionierte Marine Corps–General James Mattis kam ebenfalls zum Golfclub – er könnte Verteidigungsminister werden. Trump kündigte an, am Sonntag weitere Personalien verkünden zu wollen.

Donald Trump Holds Weekend Meetings In Bedminster, NJ
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Lewis 'Lew' Eisenberg (l.) hat einst für die Investmentbank Goldman Sachs gilt als Kandidat für den Posten des Handelsministers. Hier spricht er mit Sean Spicer, Kommunikationschef der republikanischen Partei.

Zu den Kritikern zählte der frühere Parlamentschef Newt Gingrich, der Trump im Wahlkampf schon früh unterstützt hatte. „Mir fallen 20 Leute ein, die besser zu Trumps Vision von Außenpolitik passen würden“, sagte Gingrich im Sender Fox News mit Blick auf Romney. Er hege Zweifel, ob Romney wirklich die „entschlossene Amerika-zuerst-Politik“ vertreten könne, mit der Trump im Wahlkampf geworben hatte.

Der frühere Gouverneur Mike Huckabee, ein Vertreter der Parteirechten, sagte dem Sender, er sei „immer noch sehr unglücklich damit, dass Mitt im Wahlkampf alles versucht hat, um Donald Trump scheitern zu lassen“.

Romney, der Präsidentschaftskandidat des Jahres 2012, hatte im Wahlkampf die innerparteiliche Opposition gegen Trump organisiert und diesen als „Blender“ und „Betrüger“ bezeichnet. Romney steht für das republikanische Parteiestablishment, gegen das viele Trump-Anhänger Vorbehalte haben.

Als weiterer Anwärter auf den Posten des Außenministers gilt der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, ein enger Gefolgsmann Trumps. Giuliani machte nach Informationen der „New York Times“ intern seinen Anspruch auf den Posten deutlich und habe signalisiert, dass er für ein anderes Amt nicht zur Verfügung stehe. Gegen Giuliani sprechen möglicherweise seine Geschäftsaktivitäten im Ausland, die Interessenkonflikte bewirken könnten.

Trump verbrachte den Donnerstag, an dem die US-Bürger den Feiertag Thanksgiving begehen, auf seinem Anwesen in Florida. Auf Twitter schrieb er: „Ich arbeite hart, sogar an Thanksgiving.“ Weitere Personalentscheidungen werden aber frühestens für Freitag erwartet.

  • afp
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3 Kommentare zu "Neue US-Regierung: Außenminister-Diskussion erhitzt die Gemüter"

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  • .....Demokraten (Grünen Kommunisten)...

    Interessantes Farbenspiel. Mal was Neues, wenn man bedenkt, dass bisher den Kommunisten die Farbe Rot zugewiesen hat. Da sollte sich Frau Wagenknecht überlegen, die FarbeiIhres roten Kostüms zu wechseln.

  • Bei Reuters oder Blooberg steht nicht davon, sind da die Gemüter der System-Presse gemeint ?

  • Welche Gemüter sind da erhitzt...die der US Medien und Demokraten (Grünen Kommunisten) in den USA und Weltweit?!
    Trump hat das Sagen und er wird sein Team so zusammenstellen, dass es das Beste für die US Bevölkerung leisten kann.
    Die Medien können weiter die Clinton und Obama Eliten hochjubelen. Fakt ist, Trump ist zum 45. Präsidenten der USA gewählt worden und wird sich nach diesen Wahlkampf von den Medien und NGOs nicht in die Suppe spucken lassen.
    Danke!

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