Neue Verschwörungstheorie zum Tod von Bin Laden
Alles nur gelogen?

Der Tod von Osama Bin Laden soll nicht mehr als ein inszeniertes Theaterstück gewesen sein, um Obamas Wiederwahl zu sichern. Ein Vorwurf, der dem Präsidenten schwer schadet. Und seiner damaligen Außenministerin Clinton.
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San FranciscoFalls Ex-Gouverneur Jesse Ventura noch mal an einer Neuauflage seines 2010 erschienenen Buches arbeitet, wird er ein neues Kapitel anfügen müssen - an „American Conspiracies: Lies, Lies, and More Dirty Lies That the Government Tells Us“ (Amerikanische Verschwörungen: Lügen, Lügen und noch mehr dreckige Lügen, die uns die Regierung auftischt“).

Der Investigativ-Journalist Seymour M. Hersh behauptet in einem Artikel in der „London Review of Books“, dass die Obama-Regierung sich die Geschichte rund um den Tod von Al Qaida-Terrorist Osama Bin Laden am 2. Mai 2011 dreist zusammengelogen hat. Die Wahlen zur zweiten Präsidentschaft von Barack Obama standen an und da passte dieser Glanzpunkt seiner außenpolitischen Karriere zeitlich einfach wunderbar in die politische Landschaft. Am Ende wurde der Präsident auch wiedergewählt.

Doch laut Hersh soll es keine Nacht- und Nebelaktion unter Einsatz des Lebens von US-Eliteeinheiten und ohne pakistanische Beteiligung gegeben haben. Alles sei abgesprochen gewesen, auch die Pakistani wussten Bescheid, erzählt der Journalist einer nun verblüfften Öffentlichkeit. Bin Laden soll bereits seit Jahren unter pakistanischem Hausarrest gestanden haben. Tatsächlich war sein angebliches Geheimversteck nur einen Steinwurf von einer scharf bewachten Militärakademie entfernt. Bei der ganzen Aktion soll nur ein Schuss abgefeuert worden sein.

Amerika ist für Verschwörungstheoretiker ein El Dorado. Noch immer werden gut besuchte Konferenzen zum Tod von John F. Kennedy und zahlreichen Theorien dazu abgehalten. Nicht verstummen wollen auch die Gerüchte um das Geheimlabor Area 51 der US-Airforce in Nevada mit den Körpern toter Aliens aus dem Weltraum. Und die Kondensstreifen hinter den zahlreichen Passagierjets sind mit todbringenden Chemikalien versetzt, mit der eine geheime Macht die Erde entvölkern will.

Amerika ist das Land der freien Rede und des Misstrauens gegen „die da oben“. Man wäre da schnell versucht, Hershs Theorie in die Schmunzelecke abzutun, wenn er nicht ein so angesehener Journalist wäre. Der Pulitzer-Preisträger hat das Massaker von My Lai im Vietnamkrieg aufgedeckt. Eines der Schlüsselereignisse, die die Stimmung in den USA gegen den unseligen Dschungelkrieg kippen ließen. Später half er den Folterskandal im amerikanischen Geheimgefängnis Abu Ghuraib aufzuarbeiten. Der Mann ist umstritten, aber nicht als Spinner bekannt.

Entsprechend ging es hoch her in TV-Talkshows am Sonntag, dem Tag der Veröffentlichung der Geschichte, und am Montag. Was verschweigt uns der Präsident? Hershs Geschichte stützt sich dabei auf eine einzige, nicht genannte Quelle – einen „hochrangigen pensionierten US-Geheimdienstmitarbeiter“. Sie geht so: Bin Laden war von Einheimischen gegen eine Belohnung verraten und inhaftiert worden. Saudi Arabien habe dann jahrelang dafür bezahlt, dass der saudische Staatsbürger Bin Laden nicht an die USA ausgeliefert worden sie.

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Gift für Clintons Kampagne

Kommentare zu " Neue Verschwörungstheorie zum Tod von Bin Laden: Alles nur gelogen?"

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  • "Alles nur gelogen"

    Niemand weiß es und es gibt wohl niemanden, der auch nur einen USD auf die Richtigkeit der Angaben der USA setzt.

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