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El-Kaida-Vize: Papst ist ein Scharlatan

Ein in Großbritannien aufgetauchtes Video könnte neuen Aufschluss über die Attentäter vom 11. September 2001 geben.Mit scharfen Angriffen auf Papst Benedikt XVI. meldete sich unterdessen der stellvertretende Al-Kaida-Führer Ajman al Sawahri zu Wort.

HB LONDON. Ein in Großbritannien aufgetauchtes Video könnte neuen Aufschluss über die Attentäter vom 11. September 2001 geben: Die Aufnahme, die die „Sunday Times“ am Sonntag auf ihrer Web-Site veröffentlichte, zeigt den früher in Hamburg lebenden Todespiloten Mohamed Atta und einen weiteren Flugzeugentführer. Die beiden scherzen miteinander, bevor sie sich mit ernstem Gesicht der Kamera zuwenden. Das rund einstündige Video ist jedoch nicht mit Ton unterlegt.

Die Aufnahme wurde der „Sunday Times“ nach eigenen Angaben über bewährte Kanäle zugespielt. Das Video ist auf den 18. Januar 2000 datiert und wurde der Zeitung zufolge in Afghanistan aufgenommen mit dem Ziel, es nach dem Tod der beiden Attentäter zu veröffentlichen.

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Das Video auf der Homepage der Sunday Times

An einer Stelle des Films beugen sich die beiden Männer über ein Dokument, bei dem es sich laut „Sunday Times“ um ein Testament handelt. Versuche, Worte von Attas Lippen abzulesen, seien erfolglos geblieben. Dennoch hieß es, das Video könnte zur Klärung von Attas Verbleib nach dem Januar 2000 beitragen. Damals hatte Atta Hamburg verlassen.

Neben Atta, der als Anführer der Attentäter gilt, und Ziad Jarrah zeigt das Video auch Aufnahmen von Osama bin Laden bei einer Rede vor Anhängern in Kandahar. Als Datum ist der 8. Januar 2000 eingeblendet.

Mit scharfen Angriffen auf Papst Benedikt XVI. meldete sich unterdessen der stellvertretende Al-Kaida-Führer Ajman al Sawahri zu Wort. Er bezeichnete den Papst als Scharlatan und verglich ihn mit seinem Vorgänger Urban II., der im 11. Jahrhundert den ersten Kreuzzug initiierte. „Dieser Scharlatan Benedikt ruft uns wieder die Reden seines Vorgängers, des Scharlatans Urban II. in Erinnerung, der die Europäer aufhetzte, gegen die Muslime zu kämpfen.“

Wann genau das Video entstand, war nicht klar. Es muss aber nach dem 12. September gewesen sein, dem Tag des von Muslimen scharf kritisierten Islam-Zitats von Papst Benedikt in Regensburg. Er hatte dort den byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaiologos mit einer Äußerung zitiert, wonach man im Islam „nur Schlechtes und Inhumanes finden“ könne. Nach empörten Reaktionen in der muslimischen Welt hatte Benedikt sein Bedauern geäußert und betont, er habe sich das Zitat nicht zu Eigen machen wollen.

Al Sawahri griff in dem am Freitag veröffentlichten knapp 18-minütigen Video mit dem Titel „Bush, der Papst, Darfur und die Kreuzzüge“ auch wieder US-Präsident George W. Bush an, den er als Versager und Lügner bezeichnet. „Warum sagen Sie ihnen nicht, wie viele Millionen Bürger Amerikas und seiner Verbündeten Sie töten wollen, auf der Suche nach dem imaginären Sieg?“ sagt Al Sawahri, der als Stellvertreter Bin Ladens gilt.

Die UN-Resolution für eine Schutztruppe in der sudanesischen Konfliktregion Darfur nannte Al Sawahri einen Kreuzzugsplan. Er rief die Muslime dort auf, sich dem zu widersetzen. Das Video war nach Angaben der Organisation IntelCenter das 48. der Al Kaida in diesem Jahr.

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