Neuer Anschlag mit Autobombe
Irakische Kampfansage an Terrorchef El Sarkawi

Eine bislang unbekannte irakische Gruppe bedroht den jordanischen Terroristenanführer Abu Mussab el Sarkawi mit dem Tode, sollten er und seine Gefolgsleute das Land nicht umgehend verlassen. Im Nordirak inhaftierte Extremisten bestätigten derweil eine Führungsrolle des jordanischen Terroristen Abu Mussab el Sarkawi bei Anschlägen im Irak. Das geht aus Interviews mit Gefangenen und Sicherheitskräften in der nordirakischen Stadt Suleimanija hervor, die die arabische Zeitung „Al-Hayat“ am Dienstag veröffentlichte.

HB KAIRO/BEIRUT/BAGDAD. In einem Video, das der arabische Nachrichtensender El Arabia am Dienstag ausstrahlte, sagte ein Sprecher der Gruppe, die sich den Namen „Rettungsbewegung“ gab: „Wir sagen diesem Kriminellen Abu Mussab el Sarkawi, dass er und seine Gruppe den Irak sofort verlassen sollen“. Sollte er dieser letzten Warnung nicht Folge leisten, werden er und seine Gefolgsleute gefangen genommen oder getötet, „damit wir ihn unserem Volk und unseren Märtyrern zum Geschenk machen können“, sagte der vermummte Mann weiter.

Der Sprecher der Gruppe, der von mehreren bewaffneten, vermummten Männern umgeben war, saß in dem Video hinter einem Schreibtisch. Darauf lagen eine Patrone und ein Koran. Die US-Regierung hat für die Ergreifung El Sarkawis, den sie für den Drahtzieher mehrerer schwerer Terroranschläge hält, ein Kopfgeld von 25 Mill. $ ausgesetzt.

Ein US-Militärsprecher in Bagdad sagte: „Wir haben keine Kenntnis von dieser Gruppe“. Er wies darauf hin, dass Milizen jeder Art im neuen Irak auserhalb des Gesetzes stünden.

Kais Ibrahim, ein arabischer Häftling, sagte einem „Al-Hayat“- Reporter, viele Aufständische würden Befehle von El Sarkawi entgegennehmen. Arabische Kämpfer, die vom Harmin-Gebirge südlich von Kirkuk aus operierten, hätten sich zusammen mit einigen Angehörigen der kurdischen Gruppe Ansar el Islam El Sarkawi angeschlossen. Der Jordanier und seine Anhänger seien radikaler und besser organisiert gewesen als die kurdischen Islamisten.

Der Gefangene Raskar Scharif sagte, auch er habe Befehle von El Sarkawi erhalten. Außerdem habe er nach seiner Rückkehr in den Irak zusammen mit einem Cousin des in Norwegen lebenden Ansar-Gründers Mullah Krekar Terrorzellen in Suleimanija aufgebaut.

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