Neuer Eklat durch Präsidenten
Zentralrat der Juden fordert Bruch mit Iran

Nach dem neuerlichen juden- und israelfeindlichen Eklat durch den iranischen Präsidenten Mahmud Admadinedschad hat der Zentralrat der Juden in Deutschland dem Westen harte Schritte nahegelegt. Selbst vor dem äußersten diplomatischen Mittel sollte nicht mehr zurückgeschreckt werden.

HB BERLIN. „Es müssen Schritte erfolgen, die dem Führungsstab im Iran klar machen, dass die Äußerungen gegen das Völkerrecht verstoßen“, sagte Zentralratspräsident Paul Spiegel am Freitag. Auf die Frage, ob dazu auch der Abbruch diplomatischer Beziehungen gehöre, sagte er: „Das meine ich auch damit.“ Er hoffe, dass der Westen den Vorgang ernst nehme. So müsse auch überlegt werden, ob dem Iran weiter Entwicklungshilfe gewährt werden könne. Ahmadinedschad hatte den Holocaust geleugnet und vorgeschlagen, Israel nach Europa zu verlegen - vorzugsweise nach Deutschland und Israel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Äußerungen „auf das Schärfste“ zurückgewiesen. Merkel betonte, die Bundesregierung werde unter keinen Umständen zulassen, dass das Existenzrecht des Staates Israel gefährdet werde. Sie sei sicher, dass die Mehrheit der Staatengemeinschaft diese Haltung mittrage. Der französische Staatspräsidenten Jacques Chirac zeigte sich entsetzt und empört, das US-Außenministerium bezeichnete Ahmadinedschads Äußerungen als „schrecklich und verwerflich“. Die Bemerkungen verstärkten die Bedenken der Vereinigten Staaten gegen die iranische Führung. Angesichts der Haltung des Präsidenten sei es umso wichtiger, dass der Iran keine Atomwaffen besitze.

Ahmadinedschad hatte bei einem Besuch der heiligen Stadt Mekka in Saudi-Arabien am Donnerstag wörtlich erklärt: „Einige europäische Länder pochen darauf, dass Hitler Millionen unschuldiger Juden in Öfen getötet hat und sie pochen darauf so sehr, dass sie jeden verurteilen und ins Gefängnis werfen, der etwas Gegenteiliges beweist. Wir akzeptieren diese Behauptung nicht. Aber wenn wir davon ausgehen, dass sie wahr ist, dann haben wir folgende Frage an die Europäer: Ist die Tötung unschuldiger jüdischer Menschen durch Hitler der Grund für eure Unterstützung für die Besatzer Jerusalems?“

Dem fügte Ahmadinedschad hinzu: „Wenn die Europäer ehrlich sind, dann sollten sie einige ihrer Gebiete in Europa - zum Beispiel in Deutschland, Österreich oder anderen Ländern - den Zionisten geben und dann können die Zionisten ihren Staat in Europa bilden. Bieten sie einen Teil Europas an und wir werden das unterstützen.“

Für einen Aufschrei der Empörung hatte Ahmadinedschad schon im Oktober gesorgt, als er am Jerusalem-Tag die Tilgung Israels von der Landkarte forderte. Der Präsident distanzierte sich nicht von seinen Hasstiraden, sondern organisierte weitere antiisraelische Demonstrationen im Iran.

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