Neuer Eurogruppen-Chef
Merkel unterstützt de Guindos

Bundeskanzlerin Merkel wird den spanischen Minister de Guindos bei der Kandidatur zum Amt des Eurogruppen-Chefs unterstützen. Obwohl de Guindos eine kluge Wahl wäre, könnte dies ein Affront gegen Frankreich darstellen.
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Madrid/Santiago de Compostela/BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für den spanischen Minister Luis de Guindos als nächsten Chef der Eurogruppe ausgesprochen. Für die Zeit nach Ablauf der Amtsperiode des Niederländers Jeroen Dijsselbloem habe sie dieselbe Ansicht wie Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy, sagte sie am Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. „Dann unterstützen wir die Kandidatur von Luis de Guindos“, sagte Merkel. Dieser sei ein „exzellenter Finanzminister in Spanien“.

Die Kanzlerin hielt de Guindos zugute, dass er sein Land erfolgreich durch die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise der vergangenen Jahre geführt habe. Sein deutscher Kollege Wolfgang Schäuble habe mit ihm eng zusammengearbeitet und etliche Probleme gelöst. Der Eurogruppen-Chef leitet die Runde der Finanzminister der 18 Euro-Länder. Die Personalie könnte auch auf dem EU-Sondergipfel am Samstag besprochen werden, auf dem vor allem ein neuer EU-Ratspräsident und eine neue Außenbeauftragte bestimmt werden sollen. Dijsselbloem war 2013 zum Eurogruppen-Chef gewählt worden.

Der Präsident der Eurogruppe muss im Gremium der Euro-Finanzminister zwischen Krisenstaaten und Musterschülern vermitteln, gleichzeitig aber finanzpolitische Versäumnisse deutlich kritisieren. Die öffentlichen Äußerungen des Amtsinhabers werden dabei von Investoren aufmerksam verfolgt und können die Finanzmärkte bewegen. Bisher kam der Präsident der Eurogruppe stets aus dem Kreis der Finanzminister, derzeit besetzt den Posten der niederländische Ressortchef Jeroen Dijsselbloem. Medienberichten zufolge gibt es im Kreis der Euro-Finanzminister jedoch Kritik an seiner Amtsführung, da Dijsselbloem zu sehr die Interessen seines eigenen Landes vertrete.

Offiziell endet das Mandat des Sozialdemokraten Mitte 2015. Überlegt wird, Dijsselbloem abzulösen und durch einen hauptamtlichen Vorsitzenden der Eurogruppe zu ersetzen. Damit müsste dann kein amtierender Minister mehr die Geschäfte des wichtigen Eurozonen-Gremiums leiten. Bislang galt es als ausgemacht, dass eine Berufung des konservativen Spaniers de Guindos vor allem von südlichen Krisenländern unterstützt werden dürfte.

Am Samstag soll bei einem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel über die Besetzung mehrerer europäischer Spitzenposten beraten werden. Dabei müssen erfahrungsgemäß die Interessen der Mitgliedsstaaten berücksichtigt sowie eine regionale und parteipolitische Balance gefunden werden. Auch das Geschlecht der Kandidaten spielt angesichts des Frauenmangels in Führungspositionen der EU eine wichtige Rolle.

Unterdessen soll der frühere französische Finanzminister Pierre Moscovici nach einem Medienbericht Kommissar für Wirtschaft und Währung werden. „Es ist höchstwahrscheinlich, dass Juncker Moscovici das Dossier für Wirtschaft und Währung anvertrauen wird“, sagten ranghohe EU-Diplomaten der „WirtschaftsWoche“. Seit seiner Nominierung als französischer EU-Kommissar hat Moscovici stets signalisiert, dass er den für den Euro zentralen Posten anstrebt. Aus dem Rennen sei dagegen der niederländische Sozialdemokrat und derzeitige Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Neuer Eurogruppen-Chef: Merkel unterstützt de Guindos"

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  • Das ist Merkel.

    Super Merkel!

    Schlägt einen Kandidaten vor, um andere zu brüskieren und einen eigenen Kandidaten ins Spiel zu bringen.

    Diese Frau ist mit allen Stasi-Wassern gewaschen.

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