Neuer Finanzminister
Moscovici, der „Aristokrat der Linken“

Pierre Moscovici übernimmt eine der wichtigsten Aufgaben der französischen Regierung. Er ist erfahren in der Europapolitik und damit wohl der richtige Finanzminister. Dabei wollte er mit der Politik schon aufhören.
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ParisWie viele andere Sozialisten setzte Pierre Moscovici zunächst auf den falschen Mann im Rennen um das französische Präsidentenamt. Der 54-Jährige frühere Europaminister unterstützte den durch eine Sexaffäre aus dem Rennen geworfenen Dominique Strauss-Kahn. Geschadet hat „Mosco“, wie seine Parteifreunde ihn nennen, der Einsatz für den früheren IWF-Chef nicht - der neue Präsident François Hollande machte ihn nun zum Finanz- und Wirtschaftsminister.

In Zeiten der Finanzkrise übernimmt der Mann mit der Halbglatze und dem Dreitagebart damit eine der wichtigsten Aufgaben in der neuen Regierung. Schon im Wahlkampf war „Mosco“ als Manager für Hollande eine wichtige Figur. Nach dem Wahlsieg am 6. Mai organisierte der 54-Jährige für den künftigen Präsidenten die Amtsübergabe. Er war auch dabei, wenn Hollande ausländische Vertreter wie EU-Ratspräsident Herman van Rompuy empfing.

Gerade in der Europapolitik hat der Sohn eines prominenten rumänischen Psychologen Erfahrung, war er doch von 1997 bis 2002 Europaminister und vorher und nachher Europaabgeordneter. Mit gerade einmal 40 Jahren war Moscovici 1997 der Jüngste im Kabinett von Lionel Jospin.

Die Tür zu dieser steilen Karriere öffnete ihm Strauss-Kahn, der den jungen Moscovici dem damaligen Parteichef Jospin vorgestellt hatte. „Ich habe mein politisches Leben rund um die beiden Männer aufgebaut. Ich habe ihnen in Treue gedient, aber nicht mit Unterwürfigkeit“, beschrieb Moscovici sein Verhältnis zu seinen Förderern.

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2002 bereits Gedanken ans Aufhören

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