Neuer Generalsekretär der OECD
Diplomatische Allzweckwaffe der Schwellenländer

Mit Jose Ángel Gurria Trevino ist es Mexiko – und damit dem Block der Schwellenländern – gelungen, eine diplomatische Allzweckwaffe an die Spitze der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zu positionieren.

BERLIN. Im Mai 2006 gibt der Kanadier Donald Johnson den Posten des Generalsekretärs an einen Repräsentanten der Schwellenländer ab, der mit großer Legitimation für die Belange der aufstrebenden Volkswirtschaften sprechen kann.

Der Mexikaner habe in der letzten Konsultationsrunde der 30 Mitgliedsländer „die Unterstützung einer klaren Mehrheit“ erhalten, bestätigte die in Paris ansässige OECD. Er setzte sich in der dritten Auswahlrunde gegen den früheren polnischen Premier Marek Belka durch. Die offizielle Ernennung soll in den nächsten Tagen erfolgen. Die OECD analysiert die wirtschaftliche Entwicklung und will die freie Marktwirtschaft fördern.

Der 55-jährige Gurria hat in Sachen Krisenmanagement auf den Finanzmärkten große Erfahrung. Er gilt als ausgewiesener Kenner der internationalen Kapitalmärkte und der globalen Welthandelsordnung. „Es gibt kaum einen Repräsentanten der Schwellenländer, der wie Angel Gurria in vielen Jahrzehnten derart weltumspannende Kontakte aufgebaut und gepflegt hat,“ lobt ihn ein hochrangiger Vertreter des renommierten Institute for International Economics (IIE) in Washington über den grünen Klee, will sich aber nicht namentlich zitieren lassen.

Gurrias Karriere begann mitten in der Schuldenkrise Lateinamerikas in den achtziger Jahren. Zunächst tauchte der schmächtig, hyper-agile Gurria als Chefunterhändler Mexikos bei den dramatischen Umschuldungsverhandlungen mit Banken, Regierungen und multilateralen Institutionen auf. Damals drohten hohe Bankausleihen an notleidende Schuldenländer wie Mexiko und Brasilien die Stabilität des Weltfinanzsystems. In dieser kritischen Lage stand Mexikos Chefumschulder immer wieder im Rampenlicht – ob in New York, London, Frankfurt oder Tokio.

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