Neuer Generalsekretär
Nato strebt mit Rasmussen in eine neue Ära

Nachdem die Türkei ihren Widerstand gegen die Ernennung des Dänen Rasmussen zum neuen Generalsekretär in letzter Minute aufgegeben hat, richtet die Nato ihren Blick in die Zukunft. Rasmussen solle die Erneuerung der Nato einleiten, sagte sein Vorgänger Jaap de Hoop Scheffer. Vorrangiges Thema ist zunächst der Afghanistan-Konflikt. Hier stellt sich die Nato hinter die US-Strategie.

HB STRASSBURG. Mit Anders Fogh Rasmussen an der Spitze will die Nato in eine neue Ära gehen. 60 Jahre nach ihrer Gründung bestimmten die Chefs des auf 28 Mitgliedstaaten angewachsenen Bündnisses den dänischen Ministerpräsidenten zum neuen Generalsekretär - ungeachtet seines schlechten Rufs in der islamischen Welt. Auf Vermittlung von US-Präsident Barack Obama gab das Nato-Mitglied Türkei seinen Widerstand gegen den Wunschkandidaten der Europäer auf.

Auf dem Jubiläumsgipfel in Straßburg, der von Deutschland und Frankreich gemeinsam ausgerichtet und von gewaltsamen Protesten überschattet wurde, einigten sich die Nato-Staaten auch auf die von Obama vorgeschlagene neue Afghanistan-Strategie. Sie richtet den Fokus deutlicher auf den zivilen Wideraufbau. Experten sollen Vorschläge für die künftige Rolle der Nato ausarbeiten.

„Fogh Rasmussen ist der richtige Mann, um die Erneuerung der Nato einzuleiten“, sagte der scheidende Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer zum Abschluss des Gipfels am Samstag. Die Türkei hatte starke Bedenken gegen Fogh Rasmussen geltend gemacht, der wegen der Mohammed-Karikaturen in Teilen der muslimischen Welt als rotes Tuch gilt. Bundeskanzlerin Angela Merkel war die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. „Zum Schluss hat die Kraft gesiegt, Einigkeit zu erzielen“, sagte sie.

Merkel erklärt Afghanistan zu „historischer Bewährungsprobe“

Ausschlaggebend für die Wende war ein Gespräch Obamas mit seinem türkischen Amtskollegen Abdullah Gül. Obama habe versichert, den türkischen Bedenken über eine Belastung der Beziehungen zu islamischen Staaten Rechnung zu tragen, berichtete Gül. Rasmussen selbst beteuerte, dass er sich um die „bestmöglichen Beziehungen zwischen der Nato und der muslimischen Welt“ bemühen werde.

Auf dem Gipfel stellte sich die Nato geschlossen hinter die neue US-Strategie für Afghanistan. Mit dem Plan Obamas werde „unser Konzept der vernetzten Sicherheit zu 100 Prozent umgesetzt“, sagte Merkel. Nach Angaben des Weißen Hauses stellten die europäischen Nato-Staaten 5 000 zusätzliche Soldaten, Militärberater und Ausbilder bereit. Merkel hob hervor, dass sich Deutschland mit zusätzlichen 600 Soldaten an der Sicherung der Präsidentenwahl und der Aufstockung der Eingreiftruppe im Sommer in Afghanistan beteiligen werde. Obama hatte vor dem Gipfel die Entsendung von 21 000 zusätzlichen Soldaten an den Hindukusch angekündigt. Zugleich sollen Nachbarstaaten wie Pakistan und der Iran in die Lösung des Konfliktes einbezogen werden.

Seite 1:

Nato strebt mit Rasmussen in eine neue Ära

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%