Neuer Gotthardtunnel
Die Schweiz fordert einen schnelleren Ausbau

Die künftige Magistrale von den Nordseehäfen durch die Alpen bis nach Italien soll in fünf Jahren in Betrieb genommen werden. In der Schweiz wächst die Sorge, dass die Anschluss-Strecken nicht rechtzeitig fertig werden.
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DüsseldorfDer Leiter des Berner Bundesamtes für Verkehr, Peter Füglistaler, wird deshalb am Mittwoch dieser Woche in Berlin mit Klaus-Dieter Scheurle, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, zu einem Krisengespräch zusammentreffen. Die Schweiz wolle den Verkehr durch die 57 Kilometer langen Tunnelröhren ab Ende 2016 aufnehmen, sagte Füglistaler dem Handelsblatt. Die rund 15 Milliarden Euro teure Investition entfalte aber nur dann ihren Nutzen, wenn im Zulauf des Tunnels entsprechende Streckenkapazitäten geschaffen würden. Dazu habe sich die Bundesrepublik Deutschland per Staatsvertrag verpflichtet."Ohne die Anschlussstrecken nützt der ganze Tunnelbau nichts", sagte Füglistaler.

Im Auftrag des Bundes soll die Deutsche Bahn die badische Rheintalstrecke zwischen Karlsruhe und Basel begradigen und viergleisig ausbauen. Erste Abschnitte sind zwar schon in Betrieb, doch für wesentliche Teile der 180 Kilometer langen Trasse ist noch nicht einmal über Planungsvarianten entschieden. Zudem ist das Baurecht zusätzlich von Bürgerprotesten bedroht. Ein Bahnsprecher erklärte, man hoffe, die Ausbaustrecke bis 2020 fertig gestellt zu haben. Er musste aber einräumen, dass es bei dem mit knapp sechs Milliarden Euro veranschlagten Projekt erhebliche Unwägbarkeiten gebe. So könnten Trassenvarianten - etwa durch die Forderung eines Tunnelbaus in Offenburg noch verteuert werden. Erst im nächsten Jahr werde man hier Klarheit haben. Offen sei allerdings, wer eventuelle Mehrkosten übernehme.

Die Schweiz erwartet von ihren Nachbarn, dass sie ihre Streckenkapazitäten sukzessive bis 2025 auf die neue Gotthardbahn ausrichten, sagte Füglistaler weiterhin dem Handelsblatt. Der Oberrhein sei dabei der wesentliche "Engpass". Der Schweizer Verkehrspolitiker forderte die europäischen Nachbarn auf, schnell zu handeln: "Wir werden spätestens in 20 Jahren ein Riesenproblem haben, wie wir den Güterverkehr in Europa bewältigen wollen. Wir stehen vor dem Kollaps, wenn wir uns nicht eine gemeinsame Schieneninfrastruktur mit hohen Kapazitäten leisten." Das sei keine "Verlagerungspolitik mit grüner Optik", sondern zwingend notwendig für die Logistik der europäischen Industriestaaten.

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  • Vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel. Dazu passt auch dieser Bericht über die fehlenden Kapazitäten des Güterverkehrs: http://www.youtube.com/watch?v=mTV882so1SY

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