Neuer Kaufkraft-Index
Einen Monatslohn für einen iPod

Wer wissen will, wo er am meisten für sein Geld bekommt, hat jahrelang den internationalen "Big-Mac-Index" zu Rate gezogen. An dem Burger-Barometer lässt sich ablesen, wie hoch die Kaufkraft der Löhne in den wichtigsten Städten der Erde ist. Doch jetzt bekommt der König der Burger Konkurrenz vom Ipod Nano.

ZÜRICH. Der Grund, dass die Statistiker ausgerechnet auf Brötchen und Frikadellen abfahren, ist einfach: Da die Produktionskosten in der Fast-Food-Küche überall gleich sind, eignet sich der Big Mac ganz besonders gut für internationale Vergleiche. Doch jetzt haben die Erbsenzähler der Schweizer Großbank UBS den iPod Nano für ihr internationales Ranking der teuersten Plätze der Welt entdeckt.

Der kleine Musikspieler aus dem Hause Apple ist inzwischen ein globales Kultprodukt und in gleicher Qualität überall auf dem Globus erhältlich. So wissen wir jetzt, dass man in Zürich oder New York nur neun Stunden für einen iPod arbeiten muss, während man im indischen Mumbai 20 Tage schuften muss, um in die Apple-Gemeinde aufgenommen zu werden. Berlin gehört mit 14 Stunden bereits zur Spitzengruppe.

Wer sich lieber auf die Burger verlässt, erhält ein ähnliches Bild. Mehr als zweieinhalb Stunden muss ein Kenianer in Nairobi für einen Big Mac arbeiten. In Jakarta und Caracas sind es fast ebenso viel. In Chicago, Tokio und Toronto kann man bereits nach zwölf Minuten seinen Heißhunger stillen. In Berlin muss man 19 Minuten schuften, in Frankfurt sind es nur 15 Minuten. Der globale Durchschnitt liegt bei 37 Minuten. Wer lieber Brot oder Reis isst, muss für je ein Kilo 25 bzw. 22 Minuten arbeiten.

Hinter diesen anschaulichen Vergleichen steckt trockene Statistik: Es gilt herauszufinden, wie groß die Kaufkraft der gezahlten Löhne wirklich ist. Denn die absolute Lohnhöhe sagt längst nicht alles über den Wohlstand aus. Erst wenn man berücksichtigt, wie hoch die Preise vor Ort sind, weiß man, wem es wirklich gutgeht.

Um das möglichst genau zu errechnen, haben die UBS-Statistiker einen Warenkorb mit 122 Gütern inklusive Mieten zusammengestellt. Am geringsten sind demnach die Lebenshaltungskosten in Kuala Lumpur, Manila, Delhi und Mumbai. Besonders teuer ist das Leben dagegen in New York, Oslo, Tokio und Zürich. Berlin und Frankfurt liegen hier im oberen Mittelfeld. Noch dahinter ist diesmal London gelandet. Die britische Hauptstadt galt lange als eine der teuersten Metropolen der Welt; heute ist sie dank des Wertverfalls des Pfundes schon fast ein Paradies für Schnäppchenjäger.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent
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