Neuer Opec-Generalsekretär gewählt
Opec dreht wohl Anfang 2004 am Ölhahn

Dieses Mal konnten sich die Ölminister der Opec-Organisation noch nicht durchringen, doch bei ihrem nächsten Treffen am 10. Februar 2004 dürfte es so weit sein und die Opec dreht den Ölhahn etwas zu. Bis dahin lässt die Organisation Erdöl exportierender Staaten ihre Fördermengen jedoch unverändert. Der Ölpreis gab nach Bekanntwerden der Entscheidung etwas nach.

HB WIEN. Die Opec-Ölminister beschlossen am Donnerstag bei einer Konferenz in Wien ein weiteres Treffen am 10. Februar, wie ein Opec-Sprecher bestätigte. Dann wollen sie über Schritte beraten, wie die Organisation auf den zu erwartenden Öl-Nachfragerückgang nach Ende des Winters im zweiten Quartal kommenden Jahres reagieren könne. Die Opec sei bereit, die Ölpreise zu verteidigen, hieß es in der Abschlusserklärung. Der größte Erdöl-Produzent Saudi-Arabien will die derzeit vergleichsweise hohen Ölpreise auch deswegen stützen, weil die Kursverluste der US-Währung auch den Außenwert der Öleinnahmen schmälern.

Analysten deuteten die Ankündigungen als klares Signal, dass das Kartell einen Preisrückgang verhindern möchte. „Die Botschaft der Opec ist, dass sie den Ölmarkt weiterhin sehr genau steuert“, sagte Oystein Berentsen, Chef des internationalen Ölhandels bei der norwegischen Statoil. Die Opec kontrolliert etwa die Hälfte des weltweiten Rohölhandels. Es wird weithin damit gerechnet, dass die Organisation im Februar die Fördermenge drosselt. Dadurch soll vor allem der sinkenden Nachfrage nach dem Winterende in wichtigen Industriestaaten sowie dem erwarteten Anziehen der irakischen Ölexporte begegnet werden. Nach Ansicht des kuwaitischen Ölministers Scheich Ahmad el Fahd el Sabah ist dann eine Kürzung um eine Million Barrel pro Tag (bpd) von derzeit 24,5 Mill. bpd erforderlich.

Saudi-Arabien hatte sich bereits vor dem Treffen dafür ausgesprochen, die derzeit vergleichsweise hohen Preise zu stützen und die Förderung Anfang nächsten Jahres zu drosseln. Der saudiarabische Erdölminister Ali el Naimi hatte gesagt, die Opec solle anstreben, die Ölpreise am oberen Ende der Opec-Spanne zwischen 22 und 28 Dollar zu halten. Bislang haben sich die Opec-Staaten 25 Dollar als Zielmarke gesetzt. Seit dem Fall des Dollarkurses zu anderen wichtigen Währungen setzt sich Saudi-Arabien für eine Hochpreispolitik ein, um den Kaufkraftverlust in den Opec-Ländern auszugleichen. Denn da Öl in Dollar gehandelt wird, sinkt mit dem Dollarkurs auch der Außenwert der Öleinnahmen in anderen ausländischen Währungen wie dem Euro oder dem Yen.

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