Neuer Präsident bittet um Schonzeit
In Ecuador scheint sich die Lage zu beruhigen

In der Hauptstadt Ecuadors, Quito, hat sich die lage nach der Absetzung des gewählten Präsidenten Lucio Gutiérrez und schweren Unruhen am Donnerstagmorgen etwas beruhigt. Zuvor hatte der als neuer Präsident vereidigte bisherige Vize-Präsident Alfredo Palacio die Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung versprochen.

HB QUITO. Der 66jährige Palacio kündigtedie Bildung einer „Regierung für das Volk“ an. Die Forderungen der Demonstranten nach Auflösung des Parlaments und Wiedereinführung einer nationalen Währung lehnte er aber ab. Der US-Dollar ist seit 2000 die einzige Währung des verarmten Andenstaates.

Gutiérrez, der am Mittwoch in einem Hubschrauber aus dem von Demonstranten belagerten Präsidentenpalast in der Altstadt Quitos geflohen war, erhielt in der Botschaft Brasiliens politisches Asyl.Die Militärführung stellte sich hinter Palacio und rief die Bevölkerung des verarmten Andenstaates zur Ruhe auf. Palacio bat um eine Schonfrist, um eine Regierung bilden zu können und Ordnung in die chaotische Lage zu bringen.

In den vergangenen Tagen waren bei Massendemonstrationen und Zusammenstößen mit der Polizei nach neuen Angaben mindestens drei Menschen ums Leben gekommen und etwa 360 weitere vor allem wegen Atembeschwerden durch Tränengas behandelt worden. Am Mittwoch hatten Demonstranten das Regierungsgebäude gestürmt und zum Teil in Brand gesetzt.

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