Neuer Report
Uno-Klimarat findet drastische Worte

Der neue Uno-Klimareport des IPCC ist fertig. Er fasst die schon bekannten drei Teilberichte zusammen. Dabei ist die Sprache der beteiligten Forscher drastischer den je. Von „abrupten und unumkehrbaren“ Folgen des Klimawandels ist die Rede. Doch auch der Druck so mancher Delegation wird an verschiedenen Stellen des Textes deutlich.

HB VALENCIA. Der Uno-Klimarat IPCC hat sich am Freitag in Valencia auf eine rund 20 Seiten starke Zusammenfassung seines diesjährigen Klimaberichtes geeinigt. Die Botschaft: Der Mensch sollte dem von ihm verursachten Klimawandel entschieden entgegentreten und den Ausstoß von Treibhausgasen so schnell und so weit wie möglich verringern.

Der bislang unveröffentlichte sogenannte Synthesis-Report soll am Samstagvormittag von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon und IPCC-Chef Rajendra Pachauri präsentiert werden. Er bildet die wissenschaftliche Grundlage für die Uno-Klimakonferenz auf Bali im Dezember.

So deutlich wie nie zuvor wird auch im neuen Papier der Mensch als der Verursacher der Erderwärmung genannt. Die in Spanien verhandelten Dokumente legen den Schluss nahe, dass nicht mehr rückgängig zu machende, katastrophale Folgen drohen, wenn sich die Atmosphäre um mehr als zwei Grad Celsius erwärmt. Rund 0,7 Grad sind bereits erreicht. Die Erderwärmung ist laut IPCC nicht mehr zu stoppen sondern allenfalls zu bremsen.

Neu ist unter anderem die Kombination verschiedener Grafiken zu einer großen: So wird auf einen Blick deutlich, welche Mengen von Treibhausgasen zu welcher Temperaturerhöhung führen werden und was dann vermutlich auf der Erde passiert. Bei steigender Temperatur drohen Überschwemmungen, Dürren, der Verlust küstennaher Landstriche sowie vieler Tier- und Pflanzenarten, mehr Infektionskrankheiten und ein großflächiges Korallensterben. Bislang musste vielfach geblättert werden, um zu dieser eingängigen Gesamtaussage zu kommen.

Nach Angaben des deutschen Umweltstaatssekretärs Michael Müller ist das Dokument auf Druck der US-Delegation jedoch besonders an jenen Stellen „interpretationsfähig“, an denen es um die konkreten Maßnahmen zum Bremsen der menschengemachten Erderwärmung geht. An der Tragweite der wissenschaftlichen Ergebnisse habe dies jedoch nichts geändert, sagte Greenpeace-Sprecherin Gabriela von Goerne. „140 Staaten haben diese Resultate anerkannt“, sagte sie. Die Frage sei nun, ob und welche Reduktionsziele sich die Staaten bei der am 3. Dezember auf Bali beginnenden Klimakonferenz auf dieser Grundlage setzten. Ausreden lasse die IPCC-Zusammenfassung nicht mehr zu.

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