Neuer Rettungsplan Obskurer Solidaritätsfonds soll Zypern retten

Nach dem EZB-Ultimatum hat Zypern ein neues Rettungskonzept vorgelegt. Ein Solidaritätsfonds soll das Land mit Hilfe der Kirche und Rentenkasse retten. Das Parlament ist zufrieden. Doch gibt es mehr Fragen als Antworten.
Update: 21.03.2013 - 15:57 Uhr 38 Kommentare

Zypern sucht nach dem Plan B

NikosiaUnter wachsendem Druck der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Euro-Partner hat Zypern ein neues Finanzpaket als Gegenleistung für internationale Hilfen vorgelegt. Nach dem am Donnerstag in Nikosia vereinbarten „Plan B“ soll ein Fonds gegründet werden, der mit Kapital von Kirche, Rentenkasse sowie anderen Einrichtungen gefüllt wird und Staatsanleihen ausgibt. Auch die Goldreserven sollen angezapft werden. Eine begrenzte Zwangsabgabe auf Bank-Guthaben ist offenbar vom Tisch.

Das Parlament von Zypern wollte noch am Donnerstagabend über den neuen Plan abstimmen. Dagegen stößt der neue Plan sowohl bei der Euro-Gruppe, in der EZB und auch in der Bundesregierung auf großen Widerstand. Die Euro-Gruppe will noch am Abend in einer Telefonkonferenz die neue Lage beurteilen, kündigte der neue Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem mit.

Mit dem Plan versucht der Inselstaat, die 5,8 Milliarden Euro zusammenkommen, die die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds (IWF) als Eigenbeitrag Zyperns fordern. Ein erstes EU-Rettungspaket hatte das zyprische Parlament abgelehnt. Dieses muss auch dem neuen Plan zustimmen.

Allerdings müssen auch die Euro-Partner und der IWF grünes Licht geben. Nikosia hofft, die Hilfen bis Montag nächster Woche zu vereinbaren und damit eine letzte Frist der EZB einzuhalten.

In der schwarz-gelben Koalition stößt der neue Zypern-Plan auf Kritik. Die Bundesregierung hielt sich bedeckt. Das Finanzministerium verwies aber auf die weiter geltenden Kriterien: „Dreh und Angelpunkt bei einem Hilfsprogramm für Zypern sind die Schuldentragfähigkeit und die Verringerung der Risiken, die für den Staat aus dem überdimensionierten Bankensektor resultieren.“

Am Morgen hatte die EZB ein Ultimatum gestellt und gedroht, die Hilfen für Banken des Landes einzustellen, sollte bis Montag kein Hilfsplan stehen. Die zwei größten Banken des Inselstaates sollen faktisch zahlungsunfähig sein.

Auch die Eurogruppe macht Druck. „Wir müssen sehr schnell zu einer Abmachung für ein neues Programm kommen“, sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem. Zum Ultimatum der EZB sagte er: „Das ist keine Bedrohung durch die EZB. Sie handelt soweit sie kann im Rahmen ihres Mandats.“

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38 Kommentare zu "Neuer Rettungsplan: Obskurer Solidaritätsfonds soll Zypern retten"

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  • die zypriodioten können sehr wohl auf sich stolz sein.Es handelt sich immer noch um einer der schönsten inseln der welt,mit unter anderem riesigen erdgasvorkommen,und einer jahrtausendalten kultur,im vergleich zum resourcenarmen deutschland,naja über kultur brauchen wir nicht reden,denn im süden wurde noch keiner zu seife verarbeitet

  • Wer die Lügen im GEZ-Sendebereich abstrafen möchte:
    am 23.März sind in 12 deutschen Großstädten zwischen 12:00 und 15:00 Uhr Demos gegen die Abzocke dieses Medienkonzerns.
    216,-€ jährlich zwingt man uns für subventionierte Lügen ab.
    TEILNEHMEN lohnt sich. Über 100.000 Petitenten sind eine Macht.http://online-boykott.de/

  • @kit_fisto

    Um ihren Kommentar unserer letzten Diskusion zu beantworten. Der Euro ist der Dollar. Jede Dollar unterlegte Währung ist eine Dollar Währung. Der Euro mit 80%.

    Der Euro ist das erweiterte Spielkasino des Dollars. Sie denken zu klein. Es geht nicht um Nationen sondern um die Finanzelite welches das Geldschöpfungsmonopol inne hat. Nationalitäten sind da egal.

    "Die Zypern können sehr sehr stolz auf sich sein, die deutsche Nazi-Invasion verhindert zu haben, ich hoffe so sehr dass das Pack bis Montag durchhält so daß wir diese ZyprIDIOTEN endlich los sind, diese Billig-Huren Moskaus."

    Sie sind ein Simplizisimus. Sie denken in kleinen Schemen und glauben darin die Lösungen zu finden. Sie werden ewig danach suchen. Ohne Erfolg, und merken es vmtl. nicht einmal.

    Es gibt nur eine Lösung für das Problem. Informieren Sie sich und fangen Sie an wirklich zu denken und nicht Dinge nachzuplappern.

  • @Jannemann, werden die Russen, Chinesen, Japaner und US-Amerikaner auch von "Trollen" regiert? Na dann sind wir ja wenigstens nicht wieder auf deutschem "Sonderweg", was?

    Wir befinden uns in einem Währungskrieg, das einzige Gute ist, dass unsere "feinen" Euro-Bondianer um Martin Schulz und Sigmar Gabriel dies nicht wissen, sonst hätten die sich längst ergeben, heulend und vor Schuldgefühlen schlotternd natürlich - bisher können wir diese Irren noch "containen", genauso wie die Verfassungs-feindliche "Linke".

    Vielleicht wähle ich die NPD oder AfD, nicht weil ich nicht beide verachten würde, sondern weil ich unsere Block-Parteien mittlerweile nur noch fürchte. Ich schaue nach Israel - 5% NPD, 5% AfD in einer CDU-regierten Koalition könnten in der Tat für einen "frischen Wind" sorgen - ich habe da keinerlei moralische Schmerzen, die Rot-Grüne Propaganda-Maschine wird hoffentlich bald kollabieren, zusammen mit der Zwangs-GEZ und dem Dollar...

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wie schon gesagt es geht hier um Erdgasvorkommen und an die will man so billig ran wie möglich , die EZB will gar keine andere Lösung als ihre eigene sprich ihr kriegt von uns das Geld und zwar alles und macht die Nächsten Jahre nur das was wir wollen und wenn ihr das Geld nicht zurückbezahlen könnt dann nehmen wir euch nicht nur euer Gas ab sondern senken auch nochmal die Löhne um 30% weil wir das so fuer richtig fuer euch halten.hallo aufwachen wo leben wir hier eigentlich ist das das demokratische Europa was wir wollen!!,!!,!,!,!,!,

  • Es ist nicht nur die Politik in Zypern. Die gesamte Politik der Eurozone ist ein Kasperletheater. Wir werden von Trollen regiert, die von Problem zu Problem stolpern und sich gegenseitig Friedensparolen zuwerfen, weil es zu mehr verstandesgemäß nicht reicht.

  • Das war der einzige wirklich fundierte Beitrag, den Sie hier bislag geleistet haben. Ich musste mir die Augen reiben, aber es ist wahr. Sie haben Recht!

  • @Rechner
    „Jedenfalls besser als alles loszuwerden durch Bankpleite.“

    Das ist sachlich richtig, jedoch an der Realität vorbei.
    Denn die Zyprioten sehen sich ja nicht als Schuldige an. Sie gehen davon aus, dass es lediglich die Banken waren, die das alles zu verantworten haben. Deswegen – weil sie sich also für unschuldig halten – fordern sie die uneingeschränkte Solidarität Europas ein.
    Leider gibt es niemanden, der ihnen sagt, dass sie doch schuld sind an dem, was geschah. Weil sie nämlich diese Politiker gewählt haben und die ganze Zeit zugeschaut haben, wie ihre Banken arbeiten und weil sie auch sehr, sehr gut davon gelebt haben.
    Es ist doch ganz klar, dass kein einziger zypriotischer Politiker sich das antun wird, das Volk über diese Zusammenhänge aufzuklären.
    Denn ebenso wie die Griechen denken auch die Zyprioten mehrheitlich, es sei ihre ARBEIT gewesen, die sie so reich gemacht hat. Deswegen fühlen sie sich nun ungerecht behandelt und sind empört – aus ihrer Sicht verständlich.
    Dass sie so denken, ist nur gut für ihre Politiker, es schützt sie und stellt sicher, dass man den Schwarzen Peter anderen zuschieben kann – den Deutschen.
    Vor diesem Hintergrund ist es vielleicht etwas einfacher, die Zyprioten zu verstehen – auch wenn deren Handlungsweise dadurch nicht richtiger wird.

  • Die Leute auf Zypern sind völlig von der Rolle. Die vorgesehene 6% Abgabe war angesichts von Guthabenzinsen von über 4% kein bisschen ungerecht. Da werden mal gerade die (nicht verdienten) Zinsen von 2 Jahren wieder abgeschöpft. Die Vernichtung der Rentenfonds ist viel schlimmer, aber das merken diese Leute offenbar nicht einmal. Aber wahrscheinlich spekuliert man immer noch darauf, dass die dummen Deutschen schon zahlen werden oder von Herrn Draghi mittelbar zum Zahlen verpflichtet werden.

    Eines muss man den Leuten in Zypern lassen: Sie gehen wenigstens für ihre (in diesem Fall unberechtigten) Interessen auf die Strasse. Die Deutschen dagegen werden nach Strich und Faden betrogen und beraubt und denken unter der Vollnarkose der GEZ-Gutmenschen-Propaganda nicht einmal an Widerstand. Dumm - dümmer - deutsch!

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