Neuer Rückschlag
Regierungs-Gespräche in Simbabwe geplatzt

Der politischen Neuanfang in Simbabwe ist wieder in Gefahr. Nur einen Tag nach dem als historisch gepriesenen Abkommen über eine Machtteilung sind die Gespräche über die Zusammensetzung der künftigen Koalitionsregierung auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

HB HARARE. Präsident Robert Mugabes ZANU(PF)-Partei warf der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) von Morgan Tsvangirai vor, zu viele Schlüsselressorts zu verlangen. Es war zunächst nicht klar, ob dies die Position Mugabes oder die seiner Partei war. Nach fast 30 Jahren hatte Mugabe in dem am Montag unterzeichneten Abkommen eingewilligt, sein Machtmonopol aufzugeben und Tsvangirai, dessen MDC die Parlamentswahl vor sechs Monaten für sich entschieden hatte, an der Regierung zu beteiligen.

Nach dem Abkommen sollte ZANU(PF) 15 und die MDC zusammen mit einer Splittergruppe 16 Ressorts in dem 31 Minister umfassenden Kabinett erhalten. Mugabe und sein einstiger Erzfeind, der künftige Ministerpräsident Tsvangirai, hatten sich am Dienstag treffen wollen, um über die Verteilung der Ministerposten zu reden.

Die Menschen im Land scheinen an eine Verbesserung ihrer Lage nicht zu glauben. Auch nach dem Ende des Machtmonopols von Robert Mugabe flohen sie weiter aus Simbabwe. Wie die südafrikanische Einwanderungsbehörde mitteilte, treffen täglich mehr als 1000 Menschen täglich in einem Übergangslager für Asylsuchende ein. Das Lager war vor zwei Monaten an der Grenze eingerichtet worden.

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