Scharfe Reaktionen kamen von Umweltgruppen. Sechs Monate nachdem die frühere Außenministerin Margaret Beckett vor dem Uno-Sicherheitsrat über den Klimawandel gesprochen habe, wolle Großbritannien in einem der letzten unberührten Ökosysteme nach fossilen Brennstoffen bohren, behauptete der Direktor von Greenpeace UK, John Sauven. Das sei „völlig verantwortungslos“.
Das Außenministerium wies diese Darstellung zurück. Hoheitsrechte des Vereinigten Königreichs in den beanspruchten Gebieten würden helfen, „unkontrollierte Umweltschäden“ zu verhindern. „Wir sind absolut entschlossen, unsere Verpflichtungen im Rahmen des Antarktisvertrags aufrechtzuerhalten.“ Der Antarktisvertrag von 1959 verbietet die Ausbeutung von Bodenschätzen wie Öl, Gas und Mineralien aber nur bis 2047.
Anders ist die Situation um die Falkland-Inseln und Südgeorgien. Trotz zahlreicher Gerüchte ist bis heute nicht eindeutig, ob dort Öl- und Gasvorkommen zu finden sind. Aber Anfang Oktober erregte der britisch-australische Bergbaukonzern BHP Billiton Aufsehen, als er dem lokalen Lizenzträger Falkland Oil and Gas Limited 40 Prozent seiner Explorationslizenzen abkaufte.
Auch die hohen und ständig wertvolleren Fischvorkommen im Südatlantik seien der Grund für das Interesse Großbritanniens,vermutet Jorge Castro, Präsident des Instituts für strategische Planungen in Buenos Aires. Raúl Alfonsín, Ex-Präsident Argentiniens warnte: „Die britische Regierung erhöht mit ihren einseitigen Anspruchshaltung das internationale Konfliktpotenzial.“

