Neues Gesetz
Venezuela entzieht zwei europäischen Öl-Firmen die Förderlizenz

Venezuela erhöht den Druck auf die internationalen Ölkonzerne. Die Regierung hat zwei europäischen Erdölfirmen die Förderlizenz entzogen. Grund: Die Weigerung der Firmen, die vom neuen Gesetz vorgeschriebenen Assoziierungsverträge mit der venezolanischen PDVSA zu unterzeichnen.

HB CARACAS. Die staatliche Ölgesellschaft Petroleos de Venezuela (PDVSA) übernahm zwei Ölfelder, die bislang von dem französischen Unternehmen Total und der italienischen Eni erschlossen wurden. Ölminister Rafael Ramirez begründete dies damit, dass sich beide Konzerne nicht an die neuen gesetzlichen Bestimmungen gehalten hätten.

Die Regierung in Caracas will mehr Einnahmen aus dem Ölreichtum des Landes erzielen als bisher und hat deswegen angeordnet, dass die PDVSA bei jedem Ölfeld über eine Kontrollmehrheit von 60% verfügen soll. Total-Sprecherin Patricia Marie sagte in Paris, die PDVSA habe ein Alternativangebot zur Zusammenarbeit bei der Ölförderung in Jusepin abgelehnt. Dort werden täglich rund 30 000 Barrel Rohöl gefördert. Die italienische Gesellschaft Eni protestierte gegen die Übernahme des Ölfelds Dacion durch die PDVSA und forderte Schadensersatz wegen Vertragsverletzung.

Auf den von Total und Eni bisher betriebenen Erdölfeldern wurde nach amtlichen Angaben insgesamt 100 000 Barrel (je 159 Liter) Erdöl pro Tag gefördert. Nun werde PDVSA die Kontrolle über diese Felder übernehmen, hieß es offiziell in Caracas.

Im Rahmen der nun nicht mehr geltenden Bedingungen produzierten die ausländischen Unternehmen in Venezuela zuletzt insgesamt rund 500 000 Barrel täglich. Die bisher einzige Firma, die die neuen Bedingungen nicht akzeptiert hatte, war Exxon Mobil. Sie verkaufte Anfang des Jahres ihre Förderungsanteile an die spanische Repsol.

Unter den Firmen, die sich neben Repsol mit den neuen Bedingungen einverstanden erklärt hatten, sind der niederländisch-britische Ölkonzern Royal Dutch/Shell, die US-Unternehmen Harvest und Chevron, die staatliche brasilianische Petrobras, British Petroleum (BP) sowie die japanische Teikoku.

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