Neues Konjunkturprogramm
Frankreich schnürt Milliardenpaket

Frankreich plant ein neues Konjunkturprogramm in Höhe von 35 Mrd. Euro. Eine Expertenkommission hat Staatspräsident Nicolas Sarkozy dazu am Donnerstag ein entsprechendes Gutachten übergeben. Das Geld soll vor allem der Forschung, den Universitäten und der Entwicklung erneuerbarer Energien zugute kommen.
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PARIS. Der Bericht der Expertenkommissionb empfiehlt nicht, wie lange Zeit vorgesehen, eine Volksanleihe, sondern eine Finanzierung des Konjunkturprogramms über die Märkte. Sarkozy will nach Diskussionen mit den Sozialpartnern Anfang Dezember eine endgültige Entscheidung fällen. Der Präsident begründete die Notwendigkeit für ein neues Konjunkturprogramm damit, auch langfristig nach der Krise für Wachstum sorgen zu wollen.

Sarkozy hatte zwei ehemalige Premierminister mit dem Gutachten beauftragt, den Sozialisten Michel Rocard und Alain Juppé von der konservativen Regierungspartei UMP; beide gelten als Wirtschaftsexperten. Sie schlagen vor, 16 Mrd. Euro der Anleihe für Forschung und Universitäten auszugeben. Mit den bisherigen Mitteln dafür liegt Frankreich nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) unter dem Schnitt der Organisationsmitglieder.

Vor allem will man die Schaffung von Eliteuniversitäten voranbringen, die international konkurrieren können. Zudem soll nicht die klassische Industrie, wie etwa die Autobranche, sondern es sollen neue Energien einen weiteren Schwerpunkt bilden. In einem Kommuniqué aus dem Elyséepalast hieß es: „Nicolas Sarkozy teilt die Ansicht der Kommission, dass eine außergewöhnliche Investitionsanstrengung notwendig ist, um ein dauerhaftes Entwicklungsmodell zu entwickeln, das auf Wissenschaft und grüner Wirtschaft beruht.“

So könnten 4,5 Mrd. Euro in die „Stadt der Zukunft“ fließen, vor allem unter dem Energiegesichtspunkt. 3,5 Mrd. sind für neue Energien angesetzt und drei Mrd. für die Modernisierung von Verkehrsmitteln vom Flugzeug bis zum Elektroauto. Innovative Klein- und Mittelstandsunternehmen will man mit zwei Mrd. Euro unterstützen. Vier Mrd. Euro sollen für die digitale Industrie bestimmt sein. Nicht vorgesehen sind Investitionen in die Infrastruktur.

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  • 490781 Sowohl Frankreich, wie im letzten Absatz zu lesen als auch Deutschland und die ganze EU sind fest im Griff der PR - Maschine der Energierzeuger. Der wirtschaftlichste und nachhaltigste Weg ist Forschung und Entwicklung zum NiCHTVERbRAUCH von Energie. Den erkennen weder Sarkozy noch Merkel und deren berater. Auch könnte man sich damit am Markt differenzieren. Energieforschung betreiben allle entwickelten Länder. Nichtverbrauchte Energie kennt keine Preissteigerungen, spart Devisen und schont die Umwelt wirklich.

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