Neues konservatives Kabinett vereidigt: Kanadische Regierung demonstriert Volksnähe

Neues konservatives Kabinett vereidigt
Kanadische Regierung demonstriert Volksnähe

Zwei Wochen nach der Wahl in Kanada ist der bisherige Oppositionsführer Stephen Harper als neuer Ministerpräsident vereidigt worden. Damit gibt es in Kanada zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder eine konservative Regierung.

HB OTTAWA. Die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Stephen Harper hat neben Steuersenkungen die Bekämpfung von Verbrechen sowie die Erhöhung der Verteidigungsausgaben angekündigt.

Die Konservativen, die die Wahlen am 23. Januar für sich entschieden hatten, lösen die Liberalen als stärkste Kraft ab. Ihr Handlungsspielraum ist jedoch deutlich eingeschränkt: Die Konservativen verfügen über lediglich 125 der 308 Sitze im Parlament und können auf keinen Verbündeten zurückgreifen. Die Liberalen haben 102 der Mandate inne.

Gleichzeitig stellte der 46-jährige Vorsitzende der Konservativen Partei am Montag in Ottawa seine Regierungsmannschaft vor. Zum Außenminister wurde der stellvertretende Parteivorsitzende Peter MacKay ernannt. Das Verteidigungsministerium übernimmt Gordon O'Connor, das Justizressort Vic Toews. Zum Minister für internationalen Handel wurde überraschend David Emerson von der Liberalen Partei berufen, die die Konservativen bei der Wahl nach zwölf Jahren an der Macht abgelöst hatten.

Zu der Vereidigungszeremonie im Amtssitz der Generalgouverneurin von Kanada, Michelle Jean, erschienen die neuen Minister demonstrativ in normalen Autos oder Taxis. Sie wollten damit offenbar Volksnähe demonstrieren und sich von den Liberalen absetzen, die stets in Limousinen vorgefahren waren.

„Unsere Mission ist klar: Wir werden den Glauben und das Vertrauen in die öffentlichen Institutionen zurückgewinnen und die Stärke und Einigkeit Kanadas fördern“, sagte Harper. Mit 46 Jahren ist er einer der jüngsten Regierungschefs des Landes, seit Kanada 1867 seine Unabhängigkeit von Großbritannien erlangte.

Harper löst Ministerpräsident Paul Martin ab, der über eine Korruptionsaffäre stolperte. Diese hatte seine Regierung im November 2005 zu Fall gebracht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%