Neues Papier
EU-Kommission hat es eilig mit Euro-Bonds

Der EU-Kommission kann es mit der Einführung von Euro-Anleihen gar nicht schnell genug gehen. Auch Banken könnten davon profitieren. Einen Gesetzesentwurf hält Präsident Barroso schon zu Anfang 2012 für möglich.
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BrüsselDie EU-Kommission treibt die Einführung von Euro-Bonds energisch voran. „Die gemeinsame Ausgabe“ von Staatsanleihen würde der Euro-Zone „bedeutende potenzielle Vorteile“ bringen, heißt es in einem 41-seitigen Papier der EU-Behörde zur „Machbarkeit“ von Euro-Bonds, das dem Handelsblatt vorliegt.

Euro-Staatsanleihen würden den europäischen Finanzmarkt „effizienter“ und für Investoren „attraktiver“ machen. Auch die Banken würden davon profitieren. Allein die Aussicht auf die Einführung von Euro-Bonds könnte hochverschuldeten Euro-Staaten an den Finanzmärkten Erleichterung verschaffen.

Die EU-Kommission will das Papier Mitte dieser Woche beschließen und dann eine „breite Konsultation“ zu Euro-Bonds starten. Dabei sollen die Euro-Staaten, das Europaparlament und die Akteure an den Finanzmärkten Stellung nehmen. Bereits für Mitte Februar plant die Kommission dann weiter gehende Schritte. Dabei könne es sich auch um „spezifische legislative Maßnahmen“ handeln, heißt es in dem Papier – also einen europäischen Gesetzesentwurf.

Das Papier listet verschiedene Varianten von Euro-Bonds auf:

>> Die Euro-Staaten legen ihre Finanzierung vollständig zusammen. Eine EU-Schuldenagentur emittiert die Bonds, die nationale Staatsfinanzierung wird eingestellt.

>> Die Euro-Staaten vergemeinschaften einen Teil ihrer Finanzierung, etwa bis zur Grenze von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung.

>> Die Euro-Zone gibt Anleihen ohne gemeinsame Haftung aus. Jeder Staat würde dann nur für einen Teil des Bonds haften – entsprechend seines ökonomischen Gewichts in der Euro-Zone.

Die dritte Option sei in „relativ kurzer Zeit“ realisierbar, meint die Kommission. Die Varianten eins und zwei seien hingegen nur machbar, wenn die Euro-Staaten ihre Haushaltspolitik vergemeinschaften. Dies würde mehrere Jahre dauern, da der EU-Vertrag von Lissabon geändert werden müsse.


Ruth Berschens leitet das Korrespondenten-Büro in Brüssel.
Ruth Berschens
Handelsblatt / Büroleiterin Brüssel

Kommentare zu " Neues Papier: EU-Kommission hat es eilig mit Euro-Bonds"

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  • @Zecke

    aaaaber ...

    >> Barroso ist doch auch nur eine wild "quasselde
    >> Handpuppe" der internationalen Finanztreiber.

    Phhhht ... eigentlich sollte, das war der Plan, Barroso die Handpuppe von Lieschen Müller und Hypersarko werden, die unter allen Umständen einen Konkurrenten mit Format wie Juncker etwa verhindern wollten, der ihnen die "Show stiehlt", wo kämen wir da hin, wenn wir einen mit Sachverstand nehmen.

    _Das_ ist doch der eigentliche Witz der Sache: Jetzt desertiert ihr eigener kleiner Frankenstein und läuft "zum Feind" über. Vielleicht, weil er schneller denken kann oder schlicht mehr auf die Vernunft setzt.

    Ansonsten habe ich keinen Plan, wer das sein soll, die "internationalen Finanztreiber" - ich sehe nur Lobbyisten, die ziemlich ungeniert ihr Handwerk betreiben und sich durchsetzen konnten, eine Spätfolge der neoliberalen Religion, an die hier alle in den 90ern und 2K Jahren geglaubt haben - bis in die SPD und einen Teil der Grünen hinein. Das Anbeten der Gützen Privatisierung und Deregulierung.

    Deren Prophet macht sich übrigens gerade auf, um eine eigene euroneurotische Partei zu gründen und die ganzen Verschwörungsschwätzer hier wären ja bereit, diesem geistigen Bankrotteur in die nächste Pleite zu folgen.

    Irgendwas scheint aber auch auf der "linken" Seite der Kritik am System nicht zu stimmen, wenn immer noch anonyme "internationale Finanztreiber" bemüht werden müssen, so weit waren wir ja schon vor 150 Jahren und damals nannte man sie noch ungeniert "Juden". (Kleiner Lesetipp: Umberto Eco, Der Friedhof von Prag)

    Die "linke" Kritik am System muss aufpassen, daß sie nicht zunehmend in eine Stupidität verfällt, die sie mit der "rechten" austauschbar macht - wir wissen ja, daß ein Großteil der Berliner Arbeiter, früher KPD Wähler, problemlos den Adolf wählen konnten.

    Ein bißchen mehr Differenzierung würde Ihre Argumentation seriöser machen ;-)

  • @zecke

    >> L a c h h a f t.

    Diese ganzen "Durchblicker" übersehen - wie immer - das naheliegende: Natürlich werden Eurobons kommen, weil sie schlicht sinnvoll sind und nur wenig mit dem zu tun haben, was sich der Wald- & Wiesenirre so darunter vorstellt.

    Hier das kleine "Erklärstück" des dlf von vorgestern zu den Vorschlägen Barosos

    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/22/dlf_20111122_0717_bca73b13.mp3

    Da das immer ein bißchen Dauert, bis auch "Lieschen Müller" im Kanzleramt verstanden hat, erfahrungsgemäß irgendwas zwischen einem Monat oder zwei. Das Problem ist, daß ihr "Denkprozess" immer so einen Trümmerhaufen hinterlässt.

    Ich denke mal, am Ende wird es Variante 2 sein. Variante 3 ist illusionär, Variante 1 kommt zu früh - Lieschen Müller muss ja erst seit heute (schleppender Verkauf deutscher Anleihen) darüber nachdenken, daß Europa ja keine Einbahnstraße ist und es ruckzuck passieren könnte, daß uns die Schäden, die sie in den letzten anderthalb Jahren mit ihrer schleppenden Denktätigkeit eingebrockt hat, in den Hintern beissen werden und wir Hilfe brauchen könnten. Wäre ja nicht das erste Mal. Wir sind halt so vergesslich, daß wir auch gerne schon mal vergessen, wer uns wann mal geholfen hat

    http://www.dw-world.de/dw/article/0,,15412868,00.html



    Typisch deutsch, Denken ist nur bis zum Tellerrand erlaubt. Zwerge auf den Schultern von Riesen. Ein Trauerspiel und der Chor der Verblödeten klingt von Tag zu Tag schriller.

  • ganz deiner Meinung.
    Wer organisiert eine Anti-Euro Demo?
    Anders können wir uns bald nicht mehr wehren.

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