Neues Parlament
Wahlen in Mazedonien „ruhig und fair“

Die Parlamentswahlen in Mazedonien sind am Mittwochabend nach übereinstimmenden Angaben ruhig und ohne nennenswerte Zwischenfälle beendet worden. Präsident Crvenkovski hofft auf Pluspunkte bei der EU.

HB SKOPJE. Die Abstimmung galt als Prüfstein auf dem Weg zu einer Mitgliedschaft in EU und NATO. „Ich hoffe, dass wir für diese Wahlen von Brüssel gelobt werden“, erklärte Staatspräsident Branko Crvenkovski bei der Stimmabgabe. Damit sich die Hoffnungen auf eine künftige Mitgliedschaft in den Bündnissen nicht zerschlagen, musste das Balkanland seine Entschlossenheit zu einer freien und fairen Abstimmung ohne gewaltsame Zwischenfälle unter Beweis stellen.

Nach Schließung der Wahllokale berichteten Mitarbeiter der staatlichen Wahlkommission von „kleineren Unregelmäßigkeiten“. Einzelheiten nannten sie nicht. Insgesamt seien die Wahlen jedoch „demokratisch und fair“ abgelaufen. Ähnlich äußerten sich auch einige Parteienvertreter, die keine Prognosen zu den Ergebnissen geben wollten. Sowohl die letzte Parlamentswahl 2002 als auch die Kommunalwahl im März vergangenen Jahres waren von Gewalt und Unregelmäßigkeiten überschattet. Auch in den Wochen vor der diesjährigen Parlamentswahl wurden mehr als 20 gewaltsame Zwischenfälle gemeldet, zumeist zwischen Anhängern von rivalisierenden Parteien der albanischen Minderheit. „Wir brauchen eine freie und faire Wahl“, betonte Staatschef Crvenkovski.

Zudem stand die Wirtschaftspolitik der Regierungskoalition unter Führung des Sozialdemokratischen Bundes (SDSM) bei der Wahl auf dem Prüfstand. Umfragen sagten ein knappes Rennen zwischen der Mitte-links-Koalition von Ministerpräsident Vlado Buckovski und seinem konservativen Herausforderer Nikola Gruevski voraus. Zur Stimmabgabe aufgerufen waren rund 1,7 Mill. Mazedonier. Um die 120 Sitze im Parlament von Skopje bewarben sich rund 2 700 Kandidaten von 33 Parteien oder Listenverbindungen.

Rund 6 700 Wahlbeobachter aus dem In- und Ausland sollten die Stimmabgabe überwachen. Zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale hatten 42,61 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Erste Ergebnisse wurden für Freitag erwartet. Wählernachfragen waren nach einem neuen Wahlgesetz nicht erlaubt.

In die Schlagzeilen geriet Mazedonien im Jahr 2001, als ein seit langem schwelender Konflikt zwischen Mazedoniern und albanisch-stämmigen Einwohnern des Landes einen Höhepunkt erreichte. Damals lieferten sich albanische Rebellen und Regierungstruppen sechs Monate lang Gefechte, denen rund 80 Menschen zum Opfer fielen.

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