Neues Rettungsmodell: Bankenabwicklung soll Zyperns Finanzbedarf senken

Neues Rettungsmodell
Bankenabwicklung soll Zyperns Finanzbedarf senken

Für die Zypern-Rettung ist ein neues Modell im Gespräch. Die zentrale Rolle spielt dabei die Laiki-Bank. Durch ihre Abwicklung könnte der Finanzbedarf senken. Die Zwangsabgabe würde dennoch kommen.
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DüsseldorfDie Geldgeber-Troika und Zypern sprechen über ein neues Modell, wie das Land einen Eigenbeitrag zum geplanten Rettungsprogramm liefern kann. Nach Informationen von Handelsblatt Online aus Verhandlungskreisen wird eine Paketlösung als Beitrag des zyprischen Bankensektors geprüft. So soll der Finanzbedarf des Landes durch die geplante Abwicklung eines Teils der Laiki-Bank (Popular Bank) gesenkt werden.

Der Rest soll über eine Zwangsabgabe auf Einlagen bei den übrigen zyprischen Banken zusammenkommen. Diese Abgabe könnte dann deutlich moderater ausfallen, als es die Einigung der Euro-Finanzminister vor einer Woche vorsah.

Die Kontoinhaber bei der Laiki Bank müssten in dem Modell allerdings einen höheren Beitrag leisten, hieß es. Bei der Aufspaltung der zweitgrößten zyprischen Bank würden Guthaben über 100.000 Euro in eine „Bad Bank“ überführt. Wie viel die Kunden davon später einmal zurückerhalten, ist unklar.

Nach Informationen von Handelsblatt Online sind bei den Gesprächen mit der Troika allerdings schon wieder neue Probleme aufgetaucht. Die Wirtschaftslage werde mittlerweile schlechter eingeschätzt. Das führe wiederum zu einem höheren Finanzbedarf des Landes, hieß es in den Verhandlungskreisen. Die Wirtschaft dürfte durch das derzeitige Chaos bei der Rettung und die lange Schließung der Banken leiden.

Kommentare zu " Neues Rettungsmodell: Bankenabwicklung soll Zyperns Finanzbedarf senken"

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  • Zetern tun ja wohl vor allem Sie. Erst setzt man mit einem Riesengetöse eine europäische Einlagensicherung in die Welt, bezeichnet sie als essentiell für die Stabilität des Finanzsystems, und dann unterläuft man sie mit juristischen Winkeltricks. Dann zieht man Depositen heran, Anteilseigner und Bankengläubiger aber nicht, und zur allem Überfluss will man auch noch alle Depositen mit Abgaben belangen, nicht nur die der insolventen Banken.
    Und Sie rennen brav mit dem von Bild und Welt aufgehetzten Mob mit und fallen über die Sparer her, die sich aufregen. Merken Sie eigentlich noch was? Die Politikmarionetten und ihre Drahtzieher freuen sich über Lakaien wie Sie.

  • Die Einlagensicherung funktioniert technisch gesehen recht einfach:
    Zuerst werden die guten Assets den Guthaben bis 100000€ zugeordnet, dann werden die verbleibenden Krümel den Guthaben über 100000€ zugeordnet. Erst wenn die guten Assets nicht zur Bedienung der Guthaben bis 100000€ ausreichen, müssen übergeordnete Sicherungssystem genutzt werden.

  • @hasst-nicht

    Zyperns Einlagensicherung ist der DPF. Dieser ist mehr ein Marketinggag als eine Versicherung.
    Denn die "Garanten" des DPF sind in der Systemkrise zugleich die Schützlinge. Damit ist die 100.000er Absicherung reine Träumerei.
    Der zyprische Staat ist nicht verpflichtet, die Absicherung zu übernehmen, wenn der DPF nicht zahlen kann.
    Trotzdem versuchen die Pleitebanken, ihr Problem auf den Staat abzuwälzen. Erst "national", dann auf die EU.
    Den zyprischen Anlegern gefällt diese Schnorrermodell natürlich.
    Das eigene ( schlecht versicherte Risiko) auch nur in Teilen zu tragen, empfinden Zypern-Anleger als Zumutung.

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