Neues Treffen im Mai
Netanjahu kritisiert Atomverhandlungen mit Iran

Der israelische Regierungschef übt scharfe Kritik an der Pause bei den internationalen Atomverhandlungen mit Iran. Dass erst am 23. Mai weiter verhandelt würde, sei ein „Geschenk“ an Iran, so Netanjahu.
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JerusalemIsraels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat die internationalen Atomverhandlungen mit dem Iran kritisiert. Durch die Gespräche vom Wochenende und ihre geplante Fortsetzung Ende Mai habe der Iran zusätzlich Zeit bekommen, erklärte Netanjahu am Sonntag. „Mein erster Eindruck ist, dass dem Iran ein Geschenk gemacht wurde.“ Teheran habe weitere „fünf Wochen bekommen, um die (Uran-)Anreicherung ohne Beschränkungen oder Behinderung fortzusetzen“. Netanjahu forderte, dass der Iran die Anreicherung umgehend stoppt. Das Land dürfte keine Gelegenheit bekommen, Atombomben zu entwickeln.

„Ich meine, dass der weltgrößte Beschützer des Terrorismus nicht die Gelegenheit erhalten darf, Atombomben zu entwickeln“, sagte Netanjahu vor einem Gespräch mit dem US-Senator Joe Lieberman. Teheran müsse unverzüglich die Anreicherung beenden, die Atomanlagen in Gom schließen und alles dortige Atommaterial entfernen.

Der Iran hatte gestern in Istanbul die ersten Gespräche über sein Atomprogramm seit mehr als einem Jahr mit der internationalen Gemeinschaft geführt. Konkrete Ergebnisse gab es nicht, beide Seiten einigten sich darauf, die Gespräche am 23. Mai in Bagdad fortzusetzen. An der Runde nahm die sogenannte 5+1-Gruppe teil, die aus den fünf Veto-Mächten im UN-Sicherheitsrat und Deutschland besteht.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Neues Treffen im Mai: Netanjahu kritisiert Atomverhandlungen mit Iran"

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  • Den Iranern wirft man ja gerne vor, sie wollten mit dem Atomprogramm ihre Bevölkerung zusammenschweißen und von inneren Problemen ablenken. Aber es ist ganz richtig, diese Frage auch auf die Israelis zu übertragen. Das Land hat sich in eine Situation manövriert, aus der es nicht mehr rauskommt: weder werden die Siedler sich zurückziehen, egal was die UN dazu sagt, noch ist ein palästinensischer Staat auf den Landinselchen, die man den Palästinensern gelassen hat funktionsfähig - also wird auch die Feindschaft nie aufhören. Da passt der iranische Sündenbock doch ganz gut, ein Krieg würde die Israelis vereinen und die kritischen Stimmen verstummen lassen.Die israelische Regierung überschätzt allerdings ihre Macht. Nach der Realität in der iranischen Atomfrage fragt da niemand, nach Irans Rechten sowieso nicht.

  • der artikel sagt eigentlich alles.

    "lernten andere, die offiziellen Erzählungen zur Rechtfertigung der ihnen befohlenen Vorgehensweisen zu akzeptieren."

    an wen erinnert mich das bloß?

  • @Energieelite

    Lesen Si mal den neuesten ZEIT Artikel, verlinkt über das HB.

    http://www.zeit.de/2012/16/Israel-Nahost-Demokratie

    Ein Traum wird vertagt

    Israel gefährdet seine Demokratie durch die Politik der Besatzung und Besiedlung.

    dann bekommen Sie eine eindrückliche Auskunft zu all Ihren Fragen

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