Neujahrsbotschaft des Uno-Generalsekretärs
Annan fordert für 2004 Kampf gegen Not und Krankheiten

Die Welt sollte über die Auseinandersezungen um den Irak-Krieg und seine Folgen nicht den Kampf gegen den Hunger, bittere Armut und Seuchen vergessen. Uno-Generalsekretär Kofi Annan hat sich mit dieser Forderung am Freitag an die internationale Gemeinschaft gewandt.

HB NEW YORK. Die durch den Irak-Krieg verursachte Spaltung zwischen Ländern habe Führungspersönlichkeiten der Welt von „anderen Gefahren abgelenkt, und zwar Gefahren, die für die meisten Menschen unmittelbar und ganz real sind“, erklärte Annan in seiner vorab veröffentlichten Neujahrsbotschaft.

„Ich meine die Gefahren, die von bitterer Armut und Hunger, gesundheitsgefährdendem Trinkwasser, der Zerstörung der Umwelt und ansteckenden Krankheiten ausgehen. Diese Gefahren belasten weite Teile unseres Planeten. Sie töten jedes Jahr Millionen und aber Millionen von Menschen. Sie zerstören Gesellschaften. Sie schüren Spaltung und Verzweiflung.“

Nach einem Jahr, das vom Irak-Krieg und der Spaltung der internationalen Gemeinschaft überschattet war, sei es nun an der Zeit, „dass wir mehr von unserer Energie für das Wohlergehen der Menschen aufwenden“. „2004 muss anders werden. Es muss das Jahr werden, in dem wir beginnen, das Blatt zu wenden“, forderte Annan.

Die Weltgemeinschaft könne, wenn sie zusammenarbeite, das Blatt im Kampf gegen HIV/Aids wenden. Bis 2005 müssten mehr als drei Millionen Menschen mit modernen Medikamenten gegen die Entstehung von Retroviren behandelt werden können. Wir können auch das Blatt im Kampf gegen den Hunger wenden“, sagte Annan weiter, „wenn existierende Nahrungsmittelbestände für hungernde Menschen verwendet werden und wenn Afrika geholfen wird, die zusätzliche Nahrung zu produzieren, die es braucht.“

Nicht zuletzt könne im Welthandel das Blatt zum Besseren gewendet werden, „wenn Regierungen ihre Versprechen einhalten und die gegenwärtige Runde von Verhandlungen zu einer wahren „Entwicklungsrunde“ machen“. Neue Versprechen brauche die Welt 2004 nicht, sagte Annan. „Wir müssen anfangen, die alten einzulösen.“

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