Neun Tote bei Unruhen
Bolivien: Regierung spricht von Putschgefahr

Bei Demonstrationen in Bolivien sind am Wochenende neun Zivilisten getötet worden - darunter auch ein fünf jahre alter Junge. Die Regierung hat das Militär eingesetzt, um gegen die Demonstranten vorzugehen. Dutzende weitere Demonstranten seien verletzt worden, berichteten nationale Medien am Sonntag.

HB LA PAZ. Die Zahl der Toten bei den seit Wochen andauernden Protesten gegen Gasexporte in die USA und nach Mexiko stieg damit auf 17.

Die zunehmend unter Druck geratende Regierung des konservativen Präsidenten Gonzalo Sánchez de Lozada hatte den Einsatz des Militärs in der Stadt El Alto oberhalb von La Paz angeordnet, um Straßenblockaden zu beenden. Zudem bestünde die Gefahr eines Putsches, sagte ein Sprecher. Vor dem Präsidentenpalast in La Paz zogen Truppen auf.

Tausende Menschen demonstrierten in El Alto erneut gegen den beabsichtigten Export von Erdgas über einen Hafen des ungeliebten Nachbarlands Chile. Zugleich forderten sie Sánchez de Lozada zum Rücktritt auf. Durch die Straßenblockaden vor allem im Bereich von El Alto wurden in La Paz Treibstoff, Kochgas und Grundnahrungsmittel knapp oder sehr teuer.

Erst am Donnerstag waren bei Auseinandersetzungen zwischen Bergarbeitern und der Polizei in dem Ort Ventilla in der Nähe von La Paz zwei Demonstranten getötet und mindestens 20 verletzt worden. Auch dabei ging es um den Gasexport und die Sozialmisere in dem verarmten Andenland.

Bolivien wird seit Wochen von Demonstrationen und Straßenblockaden erschüttert, die sich gegen den Gasexport richten. Auch die Bedingungen des Exports werden von den Kritikern als extrem nachteilig für Bolivien angesehen.

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