Neuverschuldung Frankreich und Spanien peilen Defizitgrenze an

Erstmals seit Jahren will sich Frankreich bei der Neuverschuldung an die Drei-Prozent-Grenze halten. Finanzminister Le Maire hat die Prognose dafür nach unten korrigiert. Auch Spanien scheint auf einem guten Weg.
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Der französische Finanzminister stellt die Einhaltung der EU-Defizitgrenze in Aussicht. Quelle: Reuters
Bruno Le Maire

Der französische Finanzminister stellt die Einhaltung der EU-Defizitgrenze in Aussicht.

(Foto: Reuters)

Paris/MadridDie französische Regierung will in diesem Jahr erstmals seit einem Jahrzehnt die EU-Defizitgrenze einhalten. Die Neuverschuldung werde in diesem Jahr mit 2,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) unter der Drei-Prozent-Schwelle liegen, stellte Finanzminister Bruno Le Maire am Dienstag im Interview mit dem Sender France 2 in Aussicht. Bisher lag die Erwartung bei exakt drei Prozent. Auch für das kommende Jahr fällt die Prognose mit 2,6 (bisher: 2,7) Prozent nun etwas günstiger aus. „Es ist ein bisschen besser, als wir den Parlamentariern zunächst signalisiert hatten, denn das Wachstum ist etwas besser“, erläuterte Le Maire.

In den Vorjahren hatte Frankreich die in den EU-Verträgen festgelegte Defizithürde regelmäßig überschritten. Der Minister kündigte für 2018 zudem Einsparungen von bis zu 16 Milliarden Euro bei den Staatsausgaben an. Ursprünglich war sogar von 20 Milliarden die Rede gewesen.

Das Finanzministerium in Paris rechnet in diesem Jahr mit höheren Steuereinnahmen angesichts der guten Konjunktur. Es hob seine Prognose für das BIP-Wachstum 2017 auf 1,7 von bislang 1,6 Prozent an. Viele Experten halten ein noch größeres Plus für möglich. Die Regierung will im kommenden Jahr Steuersenkungen von zehn Milliarden Euro durchsetzen.

Wo im Euro-Raum Inflation herrscht – und wo nicht
Irland
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Das frühere Sorgenkind weist derzeit die niedrigste Inflationsrate der Eurozone auf. Lediglich 0,4 Prozent betrug die jährliche Teuerung im August. Einst von der Eurokrise gebeutelt, zeigt sich die Wirtschaft des Landes inzwischen solide aufgestellt – für das Jahr 2017 wird ein BIP-Zuwachs von knapp zwölf Milliarden Euro erwartet.

Zypern
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Mit einer Inflationsrate von 0,5 Prozent liegt Zypern nur knapp vor Irland. Der mediterrane Inselstaat macht einen Großteil seiner Geschäfte mit Griechenland: 15,1 Prozent aller Ausfuhren gingen 2016 nach Hellas.

Griechenland
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Nach drei deflationären Kalenderjahren wies das krisengeplagte Griechenland 2016 eine Inflationsrate von 0,1 Prozent auf. Im August 2017 betrug die jährliche Teuerungsrate 0,7 Prozent.

Finnland
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Finnlands Teuerungsrate: 0,8 Prozent. Finnlands wichtigster Partner bei Import (16,8 Prozent) und Export (13,1 Prozent): Deutschland.

Frankreich
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Auch Frankreich hält sich mit einer Teuerung von 1 Prozent unter den fünf Eurostaaten mit der geringsten Inflation. Für 2017 wird dem Nachbarn ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent vorhergesagt.

Österreich
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Österreich zählt mit 2,1 Prozent Teuerung derzeit zu den Euroländern mit höheren Inflationsraten. Der Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Staaten misst, verortet die Alpenrepublik im internationalen Vergleich auf Platz 19 von 138.

Luxemburg
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Das kleine Land mit den attraktiven Steuersätzen verzeichnete im August eine jährliche Inflation von 2,3 Prozent. Im Global Competitiveness Index landet Luxemburg direkt hinter Österreich auf Rang 20.

Auch Spanien will die Neuverschuldung im kommenden Jahr unter die Marke von drei Prozent drücken. 2017 sei man auf gutem Wege, die angepeilten 3,1 Prozent zu erreichen, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos. In den vergangenen Jahren wurde die EU-Obergrenze teils sehr deutlich verfehlt. Spanien gehört derzeit aber zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Euro-Zone, was die Steuerquellen des Staates sprudeln lässt. Die Regierung in Madrid will ihre Wirtschaftsprognosen am Freitag aktualisieren.

Als Risiko für den Aufschwung gelten die Unabhängigkeitsbestrebungen von Katalonien. Bislang wirkten sich diese aber nicht auf die spanische Wirtschaft aus, sagte de Guindos bereits zu Wochenbeginn. Dies liege vor allem daran, dass die Finanzmärkte nicht mit der Unabhängigkeit rechneten.

  • rtr
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  • Die haben die "Sachs" Buchführung eingeführt, damit geht alles !

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