Neuwahlen gefordert
Universität in Sofia besetzt

Offener Widerstand gegen die jeweilige Regierung in Sofia gehört in Bulgarien seit Jahren zur politischen Tagesordnung. Mal ist es ein Misstrauensantrag, mal eine Demonstration, oder – wie jetzt – eine Protestaktion.
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SofiaBulgarische Studenten haben die Universität der Hauptstadt Sofia mit Forderungen nach Neuwahlen besetzt. Ziel der in der Nacht zum Samstag begonnenen, unbefristeten Aktion sei der Rücktritt der Regierung, heißt es in einer am Samstag in Sofia verbreiteten Erklärung der Studenten. Sie fordern zudem die Auflösung des Parlaments. Das ärmste EU-Land wird seit Mai von einer Koalition aus Sozialisten mit Vertretern der Türkenpartei DPS regiert.

„Das ist unser endgültiges Votum gegen die Regierungspraktiken in Bulgarien, die jegliche Legitimität verloren haben“, heißt es in der Erklärung der Protestgruppe. Sie nennt sich „Früh aufwachende Studenten“. Ihre Aktivisten versperrten die Türen an den Eingängen der St.-Kliment-Ochridski-Universität mit Ketten.

Die regierenden Sozialisten kritisierten die Aktion als undemokratisch. „Diese Besetzungsaktionen haben nichts mit Demokratie gemeinsam“, sagte der führende sozialistische Parlamentarier Janaki Stoilow am Samstag in Sofia.

Universitäts-Rektor Iwan Iltschew räumte den Studenten das Recht ein, „ihre gesellschaftliche Haltung auszudrücken“. Er verwies aber auf die „extreme Form“ des Protests, der die Rechte derjenigen Studenten verletze, die lieber studieren wollten.

Die Studentengruppe hatte am Mittwoch zunächst den größten Hörsaal in Bulgariens ältesten Universität besetzt. Die Protestbewegung des EU-Landes, die seit mehr als vier Monaten den Rücktritt der Regierung fordert, begrüßte die Aktion.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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