„New York Times“
Zeitung: BND hatte Mann in US-Armee

Laut eines US-Zeitungsberichts soll die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesnachrichtendienst (BND) und der US-Armee während des Irak-Kriegs weit enger gewesen sein als bislang angenommen. Die Quelle dieser Information ist allerdings mysteriös.

HB WASHINGTON. Danach soll sogar ein deutscher Verbindungsoffizier direkt beim Büro des damaligen US-Kommandeurs Tommy Franks angesiedelt gewesen sein und Informationen von zwei BND-Mitarbeitern in Bagdad weitergeleitet haben. Das berichtet die „New York Times“ in ihrer Internet-Ausgabe unter Berufung einen geheimen deutschen Bericht.

Der deutsche Verbindungsoffizier soll laut des Artikels der amerikanischen Seite insgesamt 25 Berichte übergeben und dabei 18 von 33 Fragen der US-Armee beantwortet haben. In 8 Fällen soll der deutsche Offizier Informationen über irkaische Polizei- und Armeeeinheiten in Bagdad geliefert haben. Insgesamt soll es sich in den ersten Monaten des Irak-Krieges um einen anhaltenden und systematischen Austausch zwischen Geheimdienstmitarbeitern der USA und Deutschlands gehandelt haben, schreibt das Blatt.

Die Entscheidung, einen Verbindungsoffizier einzusetzen, soll von damaligen Bundeskanzler Gerherd Schröder, seinem Kanzleramtsminister und heutigen Außenminister Frank-Walter Steinmeier und dem damaligen Außenminister Joschka Fischer vorbereitet und genehmigt worden sein, heißt es weiter.

Die Kopie des Geheimberichtes soll ein nicht näher genannter Journalist in Deutschland einem Reporter der „New York Times“ gezeigt haben, der den Text dann in sein Aufnahmegerät diktierte. Auf dem Deckblatt der Kopie sei ein Siegel des Deutschen Bundestages gewesen, heißt es weiter.

Eine Stellungnahme der Bundesregierung zu den neuen Vorwürfen der „New York Times“ liegt bislang nicht vor. Das Blatt hatte bereits am Montag berichtet, dass der BND irakische Verteidigungspläne an US- Geheimdienste weitergegeben haben soll. Wie die Bundesregierung hatte auch das US-Verteidigungsministerium nach eigenen Angaben keine Anhaltspunkte dafür, dass dieser Bericht zutrifft. Die Bundesregierung sagte aber eine rasche und umfassende Aufklärung zu. Das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags soll am kommenden Montag in einer Sondersitzung davon überzeugt werden, dass die jüngsten Anschuldigungen haltlos sind.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%