Nicht die üblichen Merkmale
Paris versucht Ruhe auszustrahlen

Die Anschlagsdrohung einer bislang unbekannten Moslemgruppe gegen Frankreich hat nach Angaben der Regierung nicht die üblichen Merkmale der Erklärungen von Moslemextremisten. Erkenntnissen des französischen Geheimdienstes zufolge beinhaltete die schriftliche Drohung nicht die für Moslemextremisten typischen Formulierungen, sagte Innenminister Nicolas Sarkozy am Mittwoch im Rundfunk.

HB PARIS. Nach der Anschlagdrohung eines bisher unbekannten muslimischen Kommandos gegen Frankreich versucht die Regierung in Paris, Panik und Angst in der Bevölkerung zu vermeiden. Wichtig sei jetzt Wachsamkeit und keine Beunruhigung, erklärten Premierminister Jean-Pierre Raffarin und Justizminister Dominique Perben. Dennoch nehme die Regierung die Drohung ernst, sagte Sarkozy

Die in den Tagen nach den Attentaten in Madrid bereits erhöhte Alarmstufe für die Terrorabwehr in Frankreich soll nach dem jetzigen Stand trotz der Anschlagdrohung nicht verändert werden, erläuterte Sarkozy. Sechs Tage nach den Anschlägen von Madrid mit 201 Toten gilt in Frankreich allgemein die dritthöchste Alarmstufe „orange“, für die Bahnhöfe und Flughäfen allerdings bereits das zweithöchste „rot“.

In einem Brief, der bei mehreren Zeitungen einging, drohte eine Gruppe namens Mowsar-Barajew-Kommando damit, „Frankreich in Terror und Reue zu stürzen und Blut außerhalb seiner Grenzen zu vergießen“. Mowsar Barajew hatte im Oktober 2002 die tschetschenischen Rebellen angeführt, die ein Musical-Theater in Moskau überfielen und alle Besucher als Geiseln nahmen. In dem Drohbrief wird ein Bezug zum Verbot religiöser Symbole an französischen Schulen hergestellt. Davon sind auch Kopftücher moslemischer Mädchen betroffen. Dies war bei vielen moslemischen Gruppen auf heftige Kritik gestoßen.

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