„Nicht in meinem Namen“
Massenprotest gegen Zapateros ETA-Politik

Über 100 000 Spanier haben am Wochenende gegen die Antiterror-Politik der Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero protestiert.

dpa MADRID. Die Teilnehmer einer Kundgebung in Madrid riefen die Regierung auf, mit der baskischen Untergrundorganisation ETA keine Verhandlungen zu führen und Terroristen keine Zugeständnisse zu machen. Zu der Demonstration am Samstag unter dem Motto „Nicht in meinem Namen“ hatten Verbände von Terroropfern, die konservative Volkspartei (PP) und die katholische Bischofskonferenz aufgerufen.

Die sozialistische Regierung bezifferte die Zahl der Teilnehmer nach Presseberichten vom Sonntag auf 110 000. Die konservative Madrider Regionalregierung sprach dagegen von 1,4 Millionen. Unter den Demonstranten waren auch der PP-Chef Mariano Rajoy und der frühere Ministerpräsident José María Aznar. Dies war bereits die dritte Großdemonstration gegen Zapateros Antiterror-Politik in einem Jahr.

Die Regierung erklärte, die Kundgebung gehe an der Sache vorbei. „Wir verhandeln nicht mit der ETA und werden dies auch nicht tun“, sagte Verwaltungsminister Jordi Sevilla. Die Regierung warf der PP vor, die Terroropfer für ihre politischen Ziele zu missbrauchen.

Zahlreiche Demonstranten forderten den Rücktritt Zapateros. Einige wünschten dem Regierungschef sogar den Tod. Sie riefen in Sprechchören, Zapatero solle das gleiche Schicksal erleiden wie sein Großvater, der im Bürgerkrieg (1936-1939) von den Truppen des späteren Diktators Francisco Franco exekutiert worden war.

Zapatero hatte sich bereit erklärt, mit der ETA zu verhandeln, falls diese der Gewalt abschwört. Schon seit Monaten wird in Spanien über eine baldige „Waffenruhe“ der Organisation spekuliert. Vor einer Woche wies die ETA dies in einer Erklärung jedoch zurück. Am Sonntag wurden bei der Explosion einer Brandbombe in der baskischen Regionalhauptstadt Vitoria zwei Menschen leicht verletzt.

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