„Nicht mehr die Kraft, die Kirche zu führen“: Papst Benedikt XVI. tritt zurück

„Nicht mehr die Kraft, die Kirche zu führen“
Papst Benedikt XVI. tritt zurück

Das Oberhaupt der katholischen Kirche wird sein Amt am 28. Februar niederlegen. Das teilte der Vatikan mit. Er habe nicht mehr genug Kraft für das Amt, sagte der Papst. Ein Nachfolger im Amt soll bis Ostern feststehen.
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RomPapst Benedikt XVI. wird Ende des Monats zurücktreten. Das teilte der 85-Jährige persönlich am Montag auf Lateinisch bei einer Vollversammlung der Kardinäle in Rom mit. Der Vatikan bestätigte den Entschluss des Pontifex. Er habe aufgrund seines Alters nicht mehr „die Kraft“, die katholische Kirche zu führen. Zu dieser Erkenntnis sei er nach Prüfung seines Gewissens gelangt.

Der Papst sprach während des Rats zur Heiligsprechung der Märtyrer von Otranto. Er sagte, er fühle das Gewicht des Postens und wolle den Posten  „zum Wohl der Kirche“ verlassen. Benedikt XVI. feiert im April seinen 86. Geburtstag. Auch der Bruder des Papstes, Georg Ratzinger, führte Gesundheitsgründe für den Rücktritt. „Das Alter drückt“, sagte der 89-Jährige. „Mein Bruder wünscht sich im Alter mehr Ruhe.“ Georg Ratzinger sagte weiter: „Ich war eingeweiht.“ Er räumte ein, seit Monaten von den Rücktrittsplänen des Papstes gewusst zu haben.

In seiner Ansprache sagte Benedikt, er spüre das Gewicht der Aufgabe, dieses Amt zu führen, habe lange über seine Entscheidung nachgedacht und sie zum Wohl der Kirche getroffen. Er sei sich der Schwere dieser Entscheidung wohl bewusst, erklärte aber in voller Freiheit, das ihm am 19. April 2005 von den Kardinälen anvertraute Amt auf dem Stuhl Petri abzugeben. Die Kardinäle werden gebeten sein, für die Wahl eines neuen Kirchenoberhauptes zusammenzukommen. Wörtlich sagte der Papst in der Erklärung: „Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben.“

Ein Nachfolger im Amt soll bis Ende März feststehen. „Wir sollten Ostern einen neuen Papst haben“, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi. Das Konklave zur Wahl des neuen Kirchenoberhauptes könne 15 bis 20 Tage nach dem Rücktritt beginnen.

Der Dekan der katholischen Kirche, Angelo Sodano, nannte die Ankündigung einen „Blitz aus heiterem Himmel“. Benedikt hatte bereits vor einiger Zeit deutlich gemacht, dass er es sich durchaus vorstellen könne, etwa aus Gesundheitsgründen das Pontifikat abzugeben. Die Kardinäle waren eigentlich zusammengekommen, um über neue Heiligsprechungen abzustimmen.

Auf dem Petersplatz herrschte ungläubiges Staunen unter den Touristen und Gläubigen. Italiens Regierungschef Mario Monti nahm die unerwartete Nachricht erschüttert auf. „Ich bin sehr erschüttert über diese unerwartete Nachricht“, sagte Monti. Die Bundesregierung in Berlin reagierte bewegt und mit Respekt auf die Ankündigung.

„Die Bundesregierung hat den allerhöchsten Respekt für den Heiligen Vater, für seine Leistung, für seine Lebensleistung für die katholische Kirche“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. „Er hat seine ganz persönliche Handschrift als Denker an der Spitze dieser Kirche und auch als Hirte eingebracht.“ Ihm gebühre Dank dafür, diese Weltkirche acht Jahre lang so geleitet zu haben. Seibert fügte hinzu, welche Gründe auch immer zu dem Schritt geführt hätten, sie seien „natürlich zu ehren und zu achten“. Der Sprecher kündigte an, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch am Montag zu dem Rücktritt äußern werde.

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„Persönliche Handschrift als Denker“

Kommentare zu " „Nicht mehr die Kraft, die Kirche zu führen“: Papst Benedikt XVI. tritt zurück"

Alle Kommentare
  • 11.02.2013, 14:25 Uhr
    @fjv2

    … die heutigen Politiker 'wurschteln' sich halt irgendwie ohne Konzept durch...
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    Da muss ich ihnen widersprechen.
    Die ziehen eiskalt Joschka Fische´s, Bündnis90/Die Grünen Konzept durch!

    +++++„Deutschland ist ein Problem,
    weil die Deutschen fleißiger, disziplinierter und begabter als der Rest Europas (und der Welt) sind. Das wird immer wieder zu ‘Ungleichgewichten’ führen. Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden – Hauptsache, die Deutschen haben es nicht. Schon ist die Welt gerettet.“
    Joschka Fischer, Bündnis90/Die Grünen+++++

    http://marc-doll.de/index.php?option=com_content&view=article&id=51:negative-zitate&catid=41:buchtipp-zitate&Itemid=61

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/fuck_the_politics/

  • Es stimmt schon sehr nachdenklich, dass er so plötzlich zurücktritt. Angeschlagene Gesundheit war schon immer ein
    passender Grund, um etwas zu begründen; schonmal alle anderen Päpste, außer einer, bis zu ihrem Tod im Amt blieben. Ob sich die Weissagungen des Malachias diesbezüglich wohl erfüllen werden ? Bizarr finde ich alles schon.

  • Spätestens nach der Nachricht "Pabst Benedikt XVI tritt aus Kirche aus" wird der Mann für mich uneingeschränkt glaubwürdig und zur moralischen Insititution.

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