Nicht-Regierungs-Organisationen enttäuscht
„Nobelpreis ist wichtiger Impuls für Arbeit der IAEO“

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO, Mohamed El Baradei, erwartet von der Verleihung des Friedensnobelpreises einen wichtigen Impuls für die UN-Organisation im Atomstreit mit dem Iran und Nordkorea. Durch die Verleihung sieht er sich in seiner Entschlossenheit im Kampf gegen Atomwafen gestärkt. Politiker in aller Welt würdigten die Entscheidung des Nobelkomitees. Zahlreiche private Organisationen hingegen reagierten mit Kritik und Unverständnis.

HB WIEN/BERLIN. Er sei sich sicher gewesen, dass er den Preis nicht erhalte, sagte El Baradei am Freitag in Wien, obwohl er zu den Favoriten gehört habe. Es habe nämlich nicht den üblichen Anruf des Nobelkomitees gegeben. Er habe erst von der Auszeichnung erfahren, als die Bekanntgabe im Fernsehen übertragen worden sei.

Der diesjährige Friedensnobelpreis geht je zur Hälfte an die IAEA und deren Generaldirektor El Baradei. Sie erhalten den Preis für ihre „Bemühungen, die Nutzung der Atomenergie für militärische Zwecke zu verhindern“ und deren zivilen Einsatz sicherer zu machen, teilte das Nobelkomitee in Oslo mit.

„Die Auszeichnung hat eine deutliche Botschaft“, sagte ElBaradei vor der Presse: „Macht weiter so, seid unparteiisch und handelt mit Rechtschaffenheit. Und das ist es, was wir tun wollen.“ Die Anerkennung mit dem Preis werde seine Entschlossenheit im Kampf um die weltweite atomare Abrüstung noch stärken.

Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzler Schröder gratulierten Baradei. „Die Aufgabe, der sich die Internationale Atomenergie-Behörde täglich stellt, ist für den Frieden in der Welt unabdingbar“, heißt es in dem am Freitag in Berlin veröffentlichten Glückwunschschreiben Köhlers. „Dafür zu sorgen, dass Kernenergie nur für friedliche Zwecke und unter Einhaltung der vereinbarten Sicherheitsmaßnahmen genutzt wird, verlangt Mut und Geduld, in schwierigen Situationen unbequeme Positionen und Wahrheiten zu vertreten. Dies haben Sie in den Jahren Ihrer Amtsführung in beispielhafter Weise getan und dabei das Ansehen der Internationalen Atomenergie-Behörde gefestigt und gemehrt."

Schröder bezeichnete die Verleihung an die IAEO und ihren Chef Baradei als „sehr kluge Entscheidung“. Damit werde Baradeis „sehr gute Arbeit“ während des Irak-Kriegs und dessen Bemühungen um eine Lösung des Atomkonflikts in Iran angemessen gewürdigt, teilte Regierungssprecher Béla Anda am Freitag in Berlin mit. Auch Schröder gehörte in diesem Jahr zu den nominierten Kandidaten.

Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan zeigte sich erfreut. „Seit 1957 setzt sich die IAEO gegen die Verbreitung von Nuklearwaffen und für die sichere und friedliche Nutzung der Atomtechnologie ein“, erklärte ein Sprecher Annans. Der UN- Generalsekretär hält sich derzeit zu einem Treffen mit Schweizer Regierungsvertretern in Bern auf.

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