„Nichts in der Bundeswehr zu suchen“
Keine Zweifel an der Truppe

Der Skandal um deutsche Soldaten in Afghanistan weitet sich immer mehr aus. Täglich gelangen neue Fotos an die Öffentlichkeit, die Anzahl der Beteiligten scheint größer als zunächst gedacht. Immer vehementer Fordern Militärs und Politiker eine harte Bestrafung – von einem Generalverdacht wollen sie trotzdem nichts wissen.

HB MÜNCHEN/HAMBURG/BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Bundeswehrskandal um makabre Fotos mit Totenschädeln eine harte Bestrafung der Täter gefordert. „Wer sich derart verhält, hat in der Bundeswehr nichts zu suchen“, sagte die CDU-Vorsitzende in einem „Focus“-Interview. Sie versprac, dass die Bundesregierung alles in ihrer Macht Stehende tun werde, damit solche Vorfälle nicht mehr passierten.

An das afghanische Volk appelliert Merkel, besonnen auf die mutmaßliche Leichenschändung durch deutsche Soldaten zu reagieren: „Die schnelle Aufklärung dieser abscheulichen und schockierenden Vorfälle, die Verteidigungsminister Franz Josef Jung durchgesetzt hat, wird ihre Wirkung beim afghanischen Volk hoffentlich nicht verfehlen.“ Es komme darauf an, dass Afghanistan sehe: „Solche Vergehen werden nicht geduldet, sondern schonungslos verfolgt und bestraft.“

Auch Fallschirmjäger könnten verwickelt sein

Unterdessen veröffentlichte die „Bild“-Zeitung am Samstag eine dritte Fotoserie, auf der nach Angaben des Blattes Fallschirmjäger zu sehen seien. Die Aufnahmen sollen Ende 2003 oder Anfang 2004 entstanden sein. Das Verteidigungsministerium wollte zunächst keine genaueren Angaben zur Herkunft der Soldaten machen. „Wir ermitteln in diesem Fall wie in den anderen auch“, sagte ein Sprecher. Auf den Bildern ist unter anderem zu sehen, wie ein Soldat einem aus verschiedenen menschlichen Knochen zusammengesetzten Skelett in der Art einer Hinrichtungsszene eine Pistole an den Totenschädel hält.

Auf einem anderen Foto wurde einem Totenschädel ein Bundeswehr- Barett aufgesetzt. Auf einer weiteren Fotografie ist der Schriftzug „CSR-Team“ aus Menschenknochen sichtbar. „CSR“ ist laut „Bild“ die bei den Soldaten benutzte militärische Abkürzung (englisch: campside reconnaissance, Deutsch: Gelände-Aufklärung rund um das deutsche Camp) für ihre Patrouillen. Dem Blatt liegen nach eigenen Angaben „dutzende neuer Bilder“ vor, die deutsche ISAF-Soldaten beim makaberen Umgang mit Leichenteilen zeigen.

Die wachsende Zahl von Totenschändungen durch deutsche Soldaten in Afghanistan belasten zunehmend das Ansehen der Bundeswehr. Medien und Politiker schlossen nicht aus, dass es noch weit mehr Fotos als die bisher veröffentlichten gibt. Der „Bild“-Zeitung liegen nach eigenen Angaben „dutzende neuer Bilder“ vor, die deutsche ISAF-Soldaten beim makaberen Umgang mit Leichenteilen zeigen.

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