Nicolas Sarkozy
Der omnipotente Präsident

Ob Universitätsreform, Überstundenbesteuerung oder Unternehmensfusionen: Seit seinem Einzug in den Elysée-Palast kümmert sich Nicolas Sarkozy um alles. Staunend erleben die Franzosen einen hyperaktiven Staatschef, der mit scheinbar unerschöpflicher Energie sämtliche Regierungsgeschäfte an sich zieht.

PARIS. Warum ist Nicolas Sarkozy Staatspräsident geworden? Er selbst kennt darauf vor allem eine Antwort. „Ich bin gewählt worden, damit ich etwas tue“. Oder andersherum: „Man hat mich doch nicht gewählt, damit ich mich um nichts kümmere“.

Den Verdacht lässt er gar nicht erst aufkommen. Seit seinem Einzug im Elysée-Palast Mitte Mai kümmert sich Nicolas Sarkozy um alles. Staunend erleben die Franzosen einen hyperaktiven Staatschef, der mit scheinbar unerschöpflicher Energie sämtliche Regierungsgeschäfte an sich zieht - egal ob es um die Universitätsreform, die Überstundenbesteuerung oder, wie am gestrigen Donnerstag, um die Fusion der Energieversorger Gaz de France und Suez geht. Daneben betreibt Sarkozy natürlich auch das klassische Geschäft eines französischen Staatsoberhauptes: die Außen- und Sicherheitspolitik. Dabei setzt er sich ohne falsche Bescheidenheit an die Spitze des internationalen Krisenmanagements - ob in der EU, im Libanon oder in Darfur. „Unser Superheld rettet alle“, lästert das Satireblatt „Le Canard Enchainé“ .

Bei alledem findet Sarkozy auch noch Zeit, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. In den vergangenen Tagen besichtigte er eine Ausstellung des deutschen Künstlers Anselm Kiefer im Paris, er weihte die neue Straßenbahn in Marseille ein und er warb in Straßburg für den neuen EU-Vertrag. Zwischendurch empfing er noch die Familie eines bei einem Verkehrsunfall gestorbenen Jungen und fuhr zur Beerdigung eines im Dienst umgekommenen Polizisten.

Die überwältigende Medienpräsenz des Präsidenten lässt die ohnehin schwache Opposition im Nichts verschwinden. Der Chef der Sozialistischen Partei François Hollande beklagt die „Allgegenwart“ des Staatschefs. „Er will nicht nur seinen Teil der Macht, sondern auch den seines Premierministers und sogar den seiner Minister“, schimpft Hollande.

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