Niederlage bei Regionalwahlen
Berlusconi verliert gegen Italiens Linke

Die Mitte-Rechts-Koalition in Italien hat bei den Regionalwahlen eine herbe Schlappe erlitten. Nach der Niederlage der Regierungsparteien hofft die Linke auf eine Ablösung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi im nächsten Jahr. Die Wahl galt als Stimmungstest für die Parlamentswahl 2006.

HB ROM. Nach dem am Dienstag veröffentlichten Endergebnissen verlor Berlusconis Allianz sechs Regionen an das Mitte-Links-Bündnis des früheren EU-Kommissionspräsidenten Romano Prodi. Von den 13 Regionen, in denen gewählt wurde, gingen lediglich zwei an das Regierungslager: die Lombardei und Venetien. Dabei handelt es sich um traditionelle Hochburgen der Mitte-Rechts-Parteien. Oppositionsführer forderten den Rücktritt des Ministerpräsidenten und sahen gestiegene Chancen für die Wahl im kommenden Jahr.

Experten zufolge könnte die ohnehin gespaltene Regierung an der Niederlage zerbrechen. „Berlusconi wird seinen Koalitionspartnern die Schuld zuweisen und sie werden ihn beschuldigen“, sagte der Politologe Franco Pavoncello von der Universität in Rom. Während es dem Prodi-Bündnis offenbar gelinge, viele unterschiedliche Interessen zu vereinigen, würden die Regierungsparteien im wesentlichen durch das Bedürfnis zusammengehalten, an der Macht zu bleiben.

Zusätzlich zu den internen Streitigkeiten hat die Regierung offenbar auch mit ihren Leistungen der vergangenen vier Jahre die Wähler nicht überzeugen können. Reformen des Rechts- und Steuersystems sowie des Arbeitsmarktes erschienen vielen als ineffektiv, sagte Pavoncello. Zusätzlich hat Berlusconi durch den in der Bevölkerung umstrittenen Irak-Einsatz an Beliebtheit verloren. „Es ist bereits klar, dass die Niederlage, eine Niederlage die so vernichtend ist, dass man sie nicht kleinreden oder entschuldigen kann, eine politische Krise der Regierung ausgelöst hat“, schrieb der „Corriere della Sera“.

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