Niederlande
Nord-Brabant schürt Medaillen-Hoffnungen

Auf den ersten Blick wirkt die Region Nord-Brabant nicht wesentlich attraktiver als andere Regionen in Westeuropa. Die Provinzregierung gibt auch keine besonderen Steuervergünstigungen oder andere Zuckerstückchen für Investoren aus dem Ausland. Trotzdem sprudeln Neuinvestitionen - und machen Nord-Brabant zu einem Standort mit Potenzial.

BRÜSSEL. Gemeinhin sind die Niederländer als besonders fromme Protestanten bekannt. Aber manchmal können sie auch ganz schön abergläubisch sein - wenn es zum Beispiel um wirtschaftliches Potenzial und möglichen Aufschwung geht, dann interpretieren sie gern alle möglichen Signale in ganz eigenem Sinn. Die Region Nord-Brabant zum Beispiel bedient sich recht abenteuerlicher Rechnungen, wenn es darum geht, ausländische Investoren in die Region zu locken, die sich im Süden der Niederlande von West nach Ost zieht - von Tilburg über Eindhoven bis an die deutsche Grenze.

Zusammengefasst heißt es da in einer Broschüre zu den Standortvorteilen: Der Pro-Kopf-Kaffee-Verbrauch liege in der Region mit 153 Litern im Jahr besonders hoch. Zudem kamen zehn von 22 niederländischen Medaillengewinnern bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen aus Nord-Brabant. Das heißt dann als Endergebnis - zumindest nach niederländischer Rechnung: Beste Voraussetzungen für ausländische Investoren.

"Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Aber wir versuchen unseren Investoren ein möglichst komplettes und menschliches Bild der Region zu vermitteln", sagt Paul Kleijne von der Entwicklungsagentur "Brabant Stad" in Tilburg. Die Agentur ist vor sieben Jahren vom niederländischen Wirtschaftsministerium und der Provinz Nord-Brabant gegründet worden, um ausländische Investoren in die Region zu locken.

Auf den ersten Blick wirkt das Fleckchen holländische Erde zwischen Tilburg, Eindhoven und Breda nicht wesentlich attraktiver als andere Regionen in Westeuropa, wie zum Beispiel der Norden von Paris oder das Umland von München. Die Provinzregierung gibt auch keine besonderen Steuervergünstigungen oder andere Zuckerstückchen für Investoren aus dem Ausland.

Dennoch schafft es der Süden der Niederlande beim europäischen Ranking "European Cities & Regions of the Future 2008/09" auf Platz acht. Immerhin 14 Prozent der Arbeitnehmer in der Region haben Jobs bei ausländischen Firmen.

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