Wahl in den Niederlanden 2017

+++ Niederlande-Wahl +++
Rutte klar vorn - Endgültiges Ergebnis verzögert sich

Europa atmet auf: Die Rutte-Partei ist stärkste Kraft bei der Parlamentswahl. Das Ergebnis hat Signalwirkung. 93 Prozent der Stimmen sind ausgezählt, das Endergebnis verzögert sich aber. Die Ereignisse im Newsblog.
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Amsterdam
Der befürchtete Rechtsruck in den Niederlanden bleibt aus. Die rechtsliberale Partei von Ministerpräsident Mark Rutte ist aus der Parlamentswahl als klar stärkste Kraft hervorgegangen. Doch der Weg zur nächsten Regierung ist kompliziert. Die Ereignisse des Tages im Newsblog.

+++ Wahl-Endergebnis verzögert sich +++

In den Niederlanden verzögert sich das Endergebnis der Parlamentswahl. Gut 93 Prozent der Stimmen waren am Donnerstagmorgen ausgezählt. Doch die Auszählung der Reststimmen könne sich hinziehen, möglicherweise bis Freitag, berichtete die Nachrichtenagentur ANP. Auf Grundlage von 93 Prozent der Stimmen ergibt sich folgendes Bild: Die rechtsliberale Partei von Ministerpräsident Mark Rutte liegt mit 21,2 Prozent klar vorn. Danach folgt die Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders mit 13,1 Prozent. Auf dem dritten Platz liegen mit 12,6 Prozent die Christdemokraten. Knapp dahinter kommen die linksliberalen Democraten 66 mit 12,1 Prozent. Umgerechnet in Mandate ergeben sich demnach 33 Sitze für Ruttes rechtsliberale Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD). Wilders' Partei für die Freiheit (PVV) kommt auf 20 der 150 Parlamentssitze. Die Christdemokraten und die Democraten 66 holen jeweils 19.

+++ Neue Hochrechnung: Rutte weit vorn, dann kommt Wilders +++

In den Niederlanden liegt nach Auszählung von mehr als 80 Prozent der Stimmen die rechtsliberale Partei von Ministerpräsident Mark Rutte mit 21 Prozent vorn. Danach folgt die Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders mit 13 Prozent. Auf dem dritten Platz liegen demnach mit 12,6 Prozent die Christdemokraten. Knapp dahinter kommen die linksliberalen Democraten 66.

Umgerechnet in Mandate ergeben sich demnach 32 Sitze für Ruttes rechtsliberale Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) und jeweils 19 für Wilders' Partei für die Freiheit (PVV), für die Christdemokraten und die Democraten 66.

+++ Wilders gratuliert Rutte - Aber: „Wir sind einer der Gewinner“ +++
Der Rechtspopulist Geert Wilders hat sich enttäuscht darüber geäußert, dass seine Partei bei der niederländischen Parlamentswahl nicht die stärkste Kraft geworden ist. „Wir gehören zu den Gewinnern der Wahl, aber ich wäre natürlich gern die größte Partei geworden“, sagte Wilders am frühen Donnerstagmorgen in Den Haag. „Das sind nicht die 30 Sitze, auf die ich gehofft hatte.

Wilders gratulierte Ministerpräsident Mark Rutte. Er betonte aber zugleich: „Wir haben ein Viertel Sitze dazugewonnen. Hier steht jemand, der sich freut über den Sieg.“ Rutte habe dagegen kräftig Sitze verloren, wenn seine Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) auch stärkste Kraft geworden sei.

+++ Erste Hochrechnung: Rutte-Partei stärkste Kraft - Wilders nur Dritter +++
In den Niederlanden ist die rechtsliberale Partei von Ministerpräsident Mark Rutte nach der ersten Hochrechnung als stärkste Kraft aus der Parlamentswahl hervorgegangen. Der Rechtspopulist Geert Wilders blieb demnach als Dritter weit hinter den Erwartungen zurück, hieß es am frühen Donnerstagmorgen im niederländischen Fernsehen.

Ruttes Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) kann auf 32 der 150 Sitze im Parlament hoffen. Es folgen die Christdemokraten mit 21 Sitzen, erst dahinter rangiert mit 20 Sitzen Wilders' PVV. Die Hochrechnung basiert auf 10,3 Prozent der ausgezählten Stimmen. Es könne noch zu deutlichen Veränderungen kommen, hieß es.

+++ Hollande gratuliert Rutte zu Wahlsieg +++
Frankreichs Staatspräsident François Hollande hat dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte zu seinem „deutlichen Sieg gegen den Extremismus“ gratuliert. Die Werte der Offenheit, Respekt für andere und der Glaube an Europas Zukunft, seien die einzige wahre Antwort auf nationalistische Regungen und Isolationismus, sagte Hollande in einer Mitteilung, die am frühen Donnerstagmorgen veröffentlicht wurde.

+++ Ruttes Partei will nach Wahl Streit mit der Türkei deeskalieren +++
Die Partei des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte schlägt nach dem für sie positiven Ausgang der Parlamentswahl versöhnlichere Töne gegenüber der Türkei an. „Wir würden die Spannungen gerne abbauen“, sagte Verteidigungsministerin Jeanine Hennis-Plasschaert am Mittwochabend in Den Haag. Es sei alles andere als sinnvoll, so weiter zu machen wie in den vergangenen Tagen.

Hennis-Plasschaert spielte damit auf den Streit um Auftritte türkischer Regierungspolitiker in den Niederlanden an, der zuletzt zu einer schweren Krise in den Beziehungen beider Länder geführt hatte. Ankara reagierte unter anderem mit Nazi-Vergleichen auf ein von der Rutte-Regierung ausgesprochenes Auftrittsverbot für türkische Politiker, die bei in den Niederlanden lebenden Türken für ein Ja zum geplanten Verfassungsreferendum werben wollten.

Rutte war zuletzt vorgeworfen worden, den Streit eskaliert zu haben, um keine Wählerstimmen an die Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders zu verlieren. Hennis-Plasschaert wies solche Vermutungen am Mittwochabend zurück. „Wir mussten eine rote Linie ziehen“, sagte sie. „Das hatte nichts mit den Wahlen zu tun.“

+++ Erleichterung in Paris nach Dämpfer für Wilders +++
Der Dämpfer für den Rechtspopulisten Geert Wilders bei den niederländischen Parlamentswahlen sorgt in der französischen Regierung für Erleichterung. „Glückwünsche an die Niederländer, den Aufstieg der extremen Rechten gebremst zu haben“, schrieb der sozialistische Außenminister Jean-Marc Ayrault in der Nacht zum Donnerstag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Der scheidende Präsident François Hollande, ebenfalls ein Sozialist, konnte in den vergangenen Jahren nicht verhindern, dass die europafeindliche Rechtspopulistin Marine Le Pen immer stärker wird. Laut Umfragen ist die 48-Jährige Favoritin für die erste Runde der französischen Präsidentenwahl Ende April. Im entscheidenden Duell dürfte die Chefin der Front National hingegen von dem unabhängigen Bewerber Emmanuel Macron deutlich geschlagen werden.

+++ Grünen-Chef Klaver: „Populismus hat keinen Durchbruch geschafft“ +++
Der Spitzenkandidat der niederländischen Grünen, Jesse Klaver, hat sich am Mittwochabend begeistert über das Abschneiden seiner Partei bei der Parlamentswahl gezeigt. „Es ist ein historischer Abend“, sagte der erst 30 Jahre alte Politiker vor jubelnden Anhängern in Amsterdam. Die Grünen haben nach den bisherigen Prognosen ihren Stimmenanteil vervierfacht.

Klaver verwies auf die große Aufmerksamkeit, die die niederländische Wahl im Ausland gefunden habe. Das Ausland habe sich im Wesentlichen für eine Frage interessiert: Erlebt der Rechtspopulismus in den Niederlanden einen weiteren Durchbruch? Nun habe sich gezeigt: „Der Populismus hat keinen Durchbruch geschafft.“

+++ Juncker: Votum für Europa, gegen Extremisten +++
EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat dem niederländischen Premier Mark Rutte zum klaren Sieg bei den Parlamentswahlen gratuliert. „Ein Votum für Europa, ein Votum gegen Extremisten“, teilte Junckers Sprecher Margaritis Schinas am späten Mittwochabend auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit

Die Union ist in mehreren Ländern in dramatischer Weise mit EU-feindlichen Kräften konfrontiert. Der Brexit-Beschluss der britischen Wähler hatte im vergangenen Jahr zu einer offenen Krise geführt. Die EU versucht nun, die 27-er Gemeinschaft ohne das wirtschaftlich wichtige Großbritannien zusammenzuhalten.

+++ Französische Front National sieht Wilders im Aufwind +++
Die rechtsextreme Front National (FN) in Frankreich sieht den Rechtspopulisten Geert Wilders trotz des absehbar mäßigen Abschneidens bei den Wahlen in den Niederlanden im Aufwind. „Das nächste Mal wird er gewinnen“, sagte FN-Vizepräsident Florian Philippot am späten Mittwochabend dem französischen Sender France 3.

Wilders' PVV habe um 4 Sitze auf nun 19 Sitze im Parlament zugelegt, sagte Philippot. „Er steigt auf“, fügte er mit Blick auf Wilders hinzu. „Das System der Europäischen Union, das immer totalitärer wird, erlebt seine letzten Monate.“ Allerdings landete Wilders laut ersten Prognosen weit hinter der rechtsliberaler Partei von Regierungschef Mark Rutte.

Die europafeindliche FN-Chefin Marine Le Pen gilt laut Umfragen mit einem Anteil von mindestens 25 Prozent als Favoritin für die erste Runde der französischen Präsidentenwahl Ende April. Im entscheidenden Duell dürfte die 48-Jährige hingegen nach derzeitigen Szenarien von dem unabhängigen Bewerber Emmanuel Macron deutlich geschlagen werden.

+++ Wahlsieger Rutte: „Das war ein Fest für die Demokratie“ +++
Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat das Abschneiden seiner rechtsliberalen Partei bei der Parlamentswahl als „großartig“ bezeichnet. In Anspielung auf das Abschneiden des Rechtspopulisten Geert Wilders sagte Rutte am Mittwochabend in Den Haag: „Das war heute ein Fest für die Demokratie.“ Der niederländische Wähler habe Nein gesagt „zu der falschen Art von Populismus“.

Ruttes Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) hat nach derzeitigen Prognosen zwar 10 ihrer 41 Sitze im Parlament verloren, ist aber dennoch die mit Abstand größte Partei. „Das Schönste ist, dass wir die Größten sind“, sagte Rutte. Nun könnten die Rechtsliberalen ihre Politik fortsetzen.

+++ Merkel gratuliert Rutte +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den niederländischen Premier Mark Rutte zur Wiederwahl beglückwünscht. Sie habe dem rechtsliberalen Politiker telefonisch gratuliert, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch auf Twitter. Wörtlich zitierte er Merkel mit den Worten: „Ich freue mich auf weiter gute Zusammenarbeit als Freunde, Nachbarn, Europäer.“

+++ Hannelore Kraft sieht Niederlande-Wahl als „Sieg gegen Ausgrenzung“ +++
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) wertet die Wahlprognosen in den Niederlanden als ein gutes Zeichen für Europa. „Das ist ein Sieg gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit und ein klares Bekenntnis zu Europa“, hieß es laut einer Mitteilung vom Mittwochabend. Mit der Wahlbeteiligung von mehr als 81 Prozent hätten die Wähler „klar Flagge gezeigt für die Demokratie“, so Kraft weiter.

+++ Sturgeon reicht ein Wort zur Niederlande-Wahl: „Good“ +++
Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon freut sich über das mäßige Abschneiden des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders. Mit einem einzigen Wort kommentierte sie auf Twitter einen Artikel der Zeitung „The Scotsman“, der Wilders' Niederlage konstatierte: „Good“, schrieb Sturgeon, die am Montag wegen des Brexits ein neues Referendum zur Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien angekündigt hatte. Eine Mehrheit der Schotten hatte im vergangenen Jahr für einen Verbleib in der EU gestimmt.

+++ Italiens Regierungschef Gentiloni jubelt: „Kein #Nexit“ +++
Der italienische Regierungschef Paolo Gentiloni hat sich erleichtert über das pro-europäische Votum der Niederländer gezeigt. „Kein #Nexit. Die Anti-EU-Rechte hat die Wahlen in den Niederlanden verloren“, schrieb der Ministerpräsident am Mittwochabend auf Twitter. Gemeinsam müsse die Europäische Union nun verändert und „wiederbelebt“ werden.

+++ Wilders: „Rutte ist mich noch lange nicht los +++
Rechtspopulist Geert Wilders hat kämpferisch auf den Dämpfer bei der Wahl in den Niederlanden reagiert. „Rutte ist mich noch lange nicht los“, schrieb der PVV-Kandidat mit Blick auf Ministerpräsident Mark Rutte am Mittwochabend auf Twitter. Wilders bedankte sich zugleich bei seinen Wählern. „Wir haben Sitze dazugewonnen! Der erste Sieg ist geschafft!“, schrieb der 53-Jährige.

+++ Mehr als 80 Prozent Wahlbeteiligung +++
Hohe Beteiligung nach hartem Wahlkampf: Schätzungen zufolge haben 82 Prozent der 12,9 Millionen niederländischen Wahlberechtigten am Mittwoch ihre Stimme bei der Parlamentswahl abgegeben.

+++ Grüne beglückwünschen Groenlinks +++
Die Grünen haben ihren niederländischen Parteifreunden zum deutlichen Stimmenzuwachs gratuliert. „Menschlichkeit gewinnt!“, hieß es am Mittwoch auf dem Twitter-Account der Partei. „Toller Wahlerfolg für Jesse Klaver und Groenlinks.“ Die niederländischen Grünen mit Spitzenkandidat Klaver konnten sich laut Prognosen von 4 auf 16 Sitze verbessern. Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen, schrieb: „Bürgergesellschaft aufgewacht (...) Populisten zurückgedrängt.“ Die stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann von den Grünen, freute sich auf Twitter, dass Rechtspopulist Geert Wilders „deutlich abgeschlagen“ sei.

+++ Schulz und Gabriel: Niederländer haben Wilders Absage erteilt +++
Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat den Wahlausgang in den Niederlanden als Erfolg für Europa bewertet. Es sei ein gutes Zeichen, dass ein rechtsextremer Kandidat wie Geert Wilders nicht gewonnen habe, sagte Gabriel am Mittwochabend am Rande einer SPD-Veranstaltung im niedersächsischen Wolfenbüttel. Auch für die kommende Frankreich-Wahl stimme ihn das Ergebnis in den Niederlanden optimistisch. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sagte, den ersten Prognosen zufolge habe die überwältigende Mehrheit der Niederländer der „Hetze von Geert Wilders und seiner unsäglichen Haltung gegenüber ganzen Bevölkerungsgruppen“ eine klare Absage erteilt. „Das ist eine gute Nachricht für Europa und für die Niederlande.“

+++ Weber: Schlag für alle Anti-Europäer +++
Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber wertet die Prognosen zur Niederlandewahl als empfindlichen Schlag für alle antieuropäischen Populisten. „Die seriöse Politik der bürgerlichen Kräfte hat sich in den Niederlanden ausgezahlt“, erklärte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist eine gute Nachricht für alle politischen Kräfte der Mitte und für Europa.“ Klartext in der Sache und strikte Abgrenzung von Radikalen seien der richtige Weg.

+++ Seehofer reagiert erleichtert +++
CSU-Chef Horst Seehofer hat erleichtert auf die Prognosen zur Wahl in den Niederlanden reagiert. „Bei Wahlen mit nationalen Bedeutungen bekommen die seriösen bürgerlichen Parteien Zuspruch, wenn sie den Menschen überzeugende Antworten auf ihre Fragen geben“, sagte Seehofer am Mittwochabend in Moskau.

+++ Zweite Prognose bestätigt Rutte-Sieg +++
Auch nach einer zweiten Prognose ist die Rutte-Partei als stärkste Kraft aus der Parlamentswahl in den Niederlanden hervorgegangen. Der Rechtspopulist Geert Wilders blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Ruttes Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) kann demnach auf 31 der 150 Sitze im Parlament hoffen. Es folgen gleichauf drei Parteien. Eine davon ist die Partei von Wilders mit 19 Sitzen. Gleichauf mit ihm sind nach der am Mittwochabend veröffentlichten Prognose des niederländischen Fernsehens die Christdemokraten und Linksliberalen.

+++ Altmaier gratuliert Niederländern +++
Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) hat den Niederländern euphorisch zur ersten Wahlprognose gratuliert. „Niederlande, oh Niederlande, du bist ein Champion! Wir lieben Oranje für sein Handeln und sein Tun! Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis!“, schrieb er am Mittwoch auf Twitter. Laut ersten Prognosen bleibt die Partei von Ministerpräsident Mark Rutte erste Kraft im Parlament, mit klarem Vorsprung vor dem Rechtspopulisten Geert Wilders. Im Zusammenhang mit Nazi-Vorwürfen aus der Türkei hatte Altmaier bereits am Sonntag in der ARD-Talkshow „Anne Will“ auf Niederländisch seine Solidarität mit dem Nachbarland erklärt.

+++ Verhofstadt jubelt über Ergebnis ++
Der liberale Europaparlamentarier Guy Verhofstadt hat den prognostizierten Wahlsieg des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte begeistert begrüßt. „Tolle erste Prognose“, twitterte der ehemalige belgische Ministerpräsident am Mittwochabend. „Proeuropäische Parteien im Aufschwung.“ Damit blieben die Niederlande eine liberale und proeuropäische Hochburg, schrieb er.

+++ Prognose: Rutte-Partei stärkste Kraft in den Niederlanden +++
Bei der Parlamentswahl in den Niederlanden ist die Partei von Ministerpräsident Mark Rutte einer ersten Prognose zufolge stärkste Kraft geworden. Auf die rechtsliberale VVD entfielen bei der Abstimmung am Mittwoch 31 der 150 Sitze, wie aus der Prognose des TV-Senders NOS hervorging. Dahinter folgen gleichauf die PVV des Rechtspopulisten Geert Wilders und die Christdemokraten mit jeweils 19 Sitzen.

+++ Schulz hofft auf Wilders-Niederlage +++
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wünscht sich eine Niederlage des Rechtspopulisten Geert Wilders bei der Wahl in den Niederlanden. „Ich hoffe sehr, dass einer der hauptverantwortlichen Hetzer gegen die europäische Zusammenarbeit heute die Wahl verlieren wird“, sagte Schulz am Mittwochabend bei einer SPD-Veranstaltung in Wolfenbüttel.

+++ Wahlbeteiligung bleibt hoch +++
Um 19.15 Uhr hatten am Mittwochabend nach Angaben des Umfrageinstituts Ipsos 69 Prozent der 13 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Vor fünf Jahren waren es zu diesem Zeitpunkt erst 60 Prozent gewesen, es wurde schließlich eine Wahlbeteiligung von knapp 75 Prozent erreicht.

+++ Türkei weist offenbar holländische Kühe aus +++
Während in den Niederlanden die letzten Stimmen abgegeben werden, hat die diplomatische Krise zwischen Ankara und Den Haag offenbar auch die Tierwelt erreicht: Eine symbolische Lieferung von 40 Kühen sei in die Niederlande zurückgesendet worden, sagte der Chef des türkischen Fleischverbandes, Bülent Tunc, der Nachrichtenagentur Anadolu. Grund für die Maßnahme seien die diplomatischen Verstimmungen zwischen den beiden Ländern. „Die niederländischen Kühe sind sehr verbreitet in unserem Land“, sagte Tunc. „In Zukunft wollen wir aber keine Tierprodukte aus Holland mehr.“

+++ Fondsmanager Cornelisssen: Kühle Köpfe erkennen Kurschancen +++

Was meinen eigentlich die Finanzexperten im Nachbarland zu den Auswirkungen der Wahl in den Niederlanden? Der Robeco-Fondsmanager Léon Cornelissen bleibt gelassen, erwartet positive Überraschungen und zieht einen kulinarischen Vergleich.

+++ Schlangen vor niederländischen Wahllokalen +++
Die Beteiligung an der Parlamentswahl in den Niederlanden scheint auch weiterhin hoch auszufallen. Niederländische Medien berichteten am Mittwoch über lange Schlangen vor Wahllokalen. Nach Angaben des Umfrageinstituts Ipsos hatten um 15.45 Uhr 43 Prozent der Wahlberechtigten gewählt, bei der vorigen Wahl 2012 waren es zu diesem Zeitpunkt erst 37 Prozent gewesen.

Die Wahllokale sind noch bis 21 Uhr geöffnet. Erfahrungsgemäß gehen viele Niederländern auf dem weg von der Arbeit nach Hause im Wahllokal vorbei.

+++ Erdogan: Türken sollen nicht Regierung wählen +++
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die in den Niederlanden wahlberechtigten Türken dazu aufgerufen, nicht für die Regierung oder „rassistische Parteien“ zu stimmen. Seine Landsleute sollen stattdessen für Parteien stimmen, die den Dialog mit der Türkei wollen, so Erdogan weiter. „Seid dabei vorsichtig“, rief er bei einer Kundgebung in der Türkei. In einem Amsterdamer Wahllokal wurden nach Informationen der Zeitung „Het Parool“ Flaggen und Flugblätter des staatlichen türkischen Amts für Religionsangelegenheiten gefunden.

+++ Rutte verteidigt Flüchtlingspakt der EU mit der Türkei +++

Premier Rutte verteidigte den Flüchtlingspakt der EU mit der Türkei. Dadurch seien 90 Prozent weniger Asylsuchende in die EU gekommen. Der Premier äußerte sich zuversichtlich, dass die Türkei das Abkommen trotz des heftigen Konfliktes mit EU-Staaten nicht kündigen werde. Der Streit mit der Türkei hatte die Schlussphase des niederländischen Wahlkampfes beherrscht.

+++ Istanbul kündigt Städtepartnerschaft mit Rotterdam auf +++

Nach dem Eklat um Wahlkampfauftritte türkischer Minister in den Niederlanden hat der Istanbuler Stadtrat die Städtepartnerschaft mit Rotterdam aufgekündigt. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan habe diese Maßnahme gefordert, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Mittwoch.

Erdogan habe Ministerpräsident Binali Yildirim demnach angewiesen, dem Istanbuler Bürgermeister auszurichten, den Städtepartnerschaftsvertrag „einseitig“ aufzulösen. „Denn es ist nicht möglich, dass wir mit solchen Leuten eine Städtepartnerschaft unterhalten“, sagte Erdogan am Mittwoch im zentralanatolischen Afyonkarahisar.

Die Beziehungen zwischen Den Haag und Ankara stecken wegen eines Eklats um Wahlkampfauftritte türkischer Minister in den Niederlanden in einer schweren Krise. In der Türkei wird am 16. April in einer Volksabstimmung über eine Verfassungsänderung zur Einführung eines Präsidialsystems abgestimmt, dass Erdogan mehr Macht verleihen soll. Nach Angaben der türkischen Wahlbehörde sind rund 2,97 Millionen wahlberechtigte Türken im Ausland für die Abstimmung registriert. 

+++ Amsterdam: Auf gar keinen Fall Geert Wilders! +++

Rudy (57) war lange Gitarrist in einer Band, nun spielt er nur noch manchmal auf Konzerten. Die Wahl? „Klar, da war ich heute schon. Ich gehe immer wählen, das gehört zur Demokratie. Nun aber nutze ich die schöne Frühlingssonne, um auf meinem Hausboot klar Schiff zu machen“, sagt es, tunkt den Pinsel nochmal in die weiße Lackdose und streicht eine Metallwand.

Wen er gewählt hat? „Das geht niemanden etwas an. Nur so viel: auf gar keinen Fall Geert Wilders, denn der spaltet unser Land und macht es kaputt. Gut, dass ich auf einem Schiff lebe, dann kann ich aus Holland wegfahren wenn der gewinnt und es allzu schlimm wird.“

Eindrücke von unserem Reporter vor Ort, Mathias Brüggmann

Mareike ist mit ihrem Hund Pepe auf dem Sprung: Ins Wahllokal. „Wählen ist wichtig für mich, da ich die Demokratie stärken will.“ Also geht ihre Stimme im „linken“ Amsterdam an eine linke Partei? „Naja, ein bisschen habe ich mich schon gefreut, dass durch die ganze Aufregung um Wilders die anderen Parteien endlich mal zugehört haben. Die brauchten dringend einen Weckruf! Denn das Rentenalter immer weiter rauszuschieben, die meisten jungen Menschen mit Zeitverträgen abzuspeisen und das als Arbeitsmarktreform zu verbrämen und unsere Schulen kaputtzusparen, das geht so nicht weiter.“  

Und nun also für Wilders stimmen? „Nee, der ist viel zu radikal und vor allem gegen Ausländer, die hier ja auch hart arbeiten. Ich hoffe, dass ein neue Regierung nun endlich zuhört und etwas für die einfachen Menschen macht. Sonst kommt Wilders das nächste Mal dran.“

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Rutte klar vorn - Endgültiges Ergebnis verzögert sich

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Warum Wilders so viele Anhänger hat

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  • Oh Herr Schwarz, und Sie stehen anscheinend mit der Biologie auf Kriegsfuß... Sind Sie das nicht, der immer von 90% "jungen Männern" schwadroniert? Und die kriegen jeder 3 Kinder?

  • Der türkische Imperialismus gegenüber Europa hat eine lange Historie.

    Sie reicht ins Wien des Jahres 1683 zurück.

    Heute arbeiten die trojanischen Pferde der Türkei daran, das damals Verpasste nachzuholen. Der EU-Apparat steht ihnen dabei gerne unterstützend zur Seite.

  • Na sowas aber auch . Erdogan will Wahlen beeinfussen . Auch deutsche Kräfte wollten und wollen Wahlen beeinflussen ! In den USA , in Russland, in Griechenland,Italien , Spanien, und und und .

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