Wahl in den Niederlanden 2017

Ein Rechtsaußen im Wahlkampf
Die Methode Geert Wilders

Der Rechtsaußen Geert Wilders mischt die niederländische Politik auf. Dabei tritt er persönlich im Wahlkampf bisher kaum öffentlich in Erscheinung. Der Mann mit der blonden Haartolle bevorzugt andere Methoden.
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SpijkenisseAuf dem Marktplatz von Spijkenisse bei Rotterdam sieht Holland genauso aus, wie man es sich vorstellt. In der Mitte eine Backsteinkirche und ringsum eng aneinandergeschmiegte Häuser mit großen Fenstern. Die Marktleute bieten alles an, was als typisch holländisch gilt: Käseräder und Matjeshering, Tulpen und Gewächshaustomaten. Und doch ist irgendetwas anders als sonst.

Denn mit einem Mal wimmelt es von Reportern. Fernsehteams bringen Kameras in Stellung. Eine Radiojournalistin nimmt ein Interview auf. „Wissen Sie, dass heute Geert Wilders hierher kommt?“, fragt sie eine Frau. Nein, das weiß sie nicht. Und auch der nächste Passant hat nichts davon gehört. Geert Wilders kommt ohne Anmeldung.

Wenn er sich überhaupt in die Öffentlichkeit wagt, dann fällt er plötzlich irgendwo ein - aus Sicherheitsgründen: Der Rechtsaußen der niederländischen Politik gilt als hochgradig anschlagsgefährdet. Und dies nicht erst, seit er ein Verbot des Korans und die Schließung aller Moscheen in den Niederlanden fordert. Seine Auftritte kündigt der Populist lieber nicht an. Nur die Presse weiß stets Bescheid.

Ein erklärter Wilders-Fan ist Aad Stoutjesdijk (64), der auf dem Markt Computerzubehör verkauft. Er hält einen Zettel hoch, auf dem Wilders mit seiner charakteristischen Haartolle abgebildet ist, daneben der Slogan: „Nederland weer van ons“ (Die Niederlande müssen wieder uns gehören). Früher hat Stoutjesdijk seine Stimme immer der Partei der Arbeit - kurz PvdA - gegeben. Die Arbeiterstadt Rotterdam war nach dem Krieg jahrzehntelang eine Bastion der Sozialdemokraten. Doch für die Parlamentswahl am 15. März sagen die Umfragen ihnen nur noch 7 bis 10 Prozent voraus.

Wilders dagegen könnte mit bis zu 20 Prozent womöglich stärkste Kraft werden. Anfang März gingen seine Werte jedoch etwas zurück.

Die Randbezirke von Rotterdam sind eine Hochburg seiner Partei für die Freiheit (PVV), die nur aus einem einzigen Mitglied besteht: ihm selbst. Seine Unterstützer mögen Freiwillige, Sponsoren und auch Mitglieder der PVV-Parlamentsfraktion sein. Parteimitglieder sind sie nicht. Das sichert dem 53-Jährigen das alleinige Sagen und verhindert Flügelkämpfe wie etwa bei der AfD in Deutschland.

Wilders spreche aus, was die Leute wirklich dächten, sagt Stoutjesdijk. „Es ist doch so: Wir leben hier in den Niederlanden, wir haben eine niederländische Kultur, und die wollen wir behalten. Nicht wir müssen uns an die Gäste anpassen, sondern die Gäste an uns.“ Die etablierten Parteien hätten leider kapituliert: „Wilders ist meine letzte Hoffnung.“

Kommentare zu " Ein Rechtsaußen im Wahlkampf: Die Methode Geert Wilders"

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  • Pim Fortuyns sprach jene Probleme offen an, die vielen Menschen Sorgen bereiteten, die aber von den auf politische Korrektheit bedachten Eliten entweder bestritten oder kleingeredet wurden: Parallelgesellschaften, Kriminalität, Verwahrlosung des öffentlichen Raumes, der wehrlose Staat. Er nannte den Islam „eine zurückgebliebene Kultur“, die unvereinbar sei mit den Werten des westlichen Liberalismus.

    und? hat er soooo unrecht?
    Ich denke , genau das ist das problem. es liegen 400 jahre entwicklung zwischen den kulturen. vor 400 jahren haben wir wir auch hexen verbrannt und ngläubige geköpft.

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